Zoolauf Münster, 17.04.2016

So, gestern bin ich dann endlich den ersten Wettkampf (Halbmarathon) dieses Jahr gelaufen. Und ich hatte im Vorfeld schon ein wenig das Flattern. Eigentlich war geplant dass das schon mein dritter seien sollte, nur dass bei den anderen beiden einmal ich nicht teilnehmen konnte, und einmal der ganze Lauf ausgefallen ist. Da ich sehr motiviert aus der „Winterpause“ gekommen bin, hatte ich mir vorgenommen bei wenigstens einem der drei Läufe eine neue Bestzeit zu laufen, und diese Last lag jetzt alleine auf diesem einen Lauf. Der nächste wird ein Trail mit ordentlich Höhenmetern, da haben Bestzeiten eh nix verloren.

Hinzu kommt außerdem dass ich wegen einer Verletzung im letzten Spätsommer seit 10 Monaten an keinem Wettkampf mehr teilgenommen habe. Und der letzte war auch ein Traillauf. Straßenläufe habe ich schon lange nicht mehr gemacht, und dementsprechend gering ist meine Erfahrung.

Ein weiterer Faktor der den Druck noch erhöht hat war, dass ich mich eigentlich ziemlich gut vorbereitet hatte, ich es also  in der Hand hatte. Was dann im Umkehrschluss und so insgesamt natürlich heißt dass da viel Platz für Frust ist.

Als dann am Sonntagmorgen um 6 Uhr der Wecker klingelte habe ich mich natürlich schon gefragt warum ich den ganzen Quatsch mache. Ich war kurz davor mich einfach um zu drehen und weiter zu schlafen. Aber die Tasche war ja schon gepackt, das Frühstück vorbereitet, ich bin dann natürlich los. Und als ich dann im Zug saß, meine Overnight-Oats gelöffelt habe, habe ich deutlich gemerkt was für einen Spaß mir das doch macht. Der Druck, den ich mir natürlich zu 100% selbstverschuldet aufgebaut habe, ist einer Vorfreude gewichen, und ich konnte es kaum erwarten, die Wettkampfluft zu schnuppern.

Vor Ort ist dann erst mal alles gut gelaufen. Der Zoolauf Münster ist eine relativ kleine Veranstaltung,  825 StarterInnen insgesamt, davon 309 in der Halbmarathon Distanz, bei der ich auch angetreten bin (die anderen Distanzen sind 5k und 10k). Es gab also nirgendwo Gedränge, weder bei der Startnummernausgabe noch vor den Toiletten, und es gab eine schöne Bahn um sich ein wenig warm zu laufen. Wo es bei größeren Läufen üblich ist dass die sich LäuferInnen schon lange vor dem Start an der Startlinie aufbauen und einreihen, ist man hier gemütlich 5 min vorher dahin getrabt.

Wie immer eigentlich habe ich mich viel zu weit hinten eingereiht. Durch das kleine Startfeld und all die sehr sportlich und fit aussehenden Menschen war ich der Ansicht mit meiner gesteckten Zielzeit eher im Hauptfeld mit zu laufen und nicht vorneweg. Und deswegen habe ich einen großen Teil der ersten Runde damit zugebracht, Lücken zwischen den anderen Laufenden zu finden um zu überholen. Die Strecke ist ziemlich schmal, was eigentlich ziemlich toll ist, nur zum Überholen am Anfang war es eher hinderlich.

Die Strecke ist ein 5k Rundkurs, entsprechend 4-mal zu bewältigen, erst schön am Aasee entlang,  durch Felder hinter dem Zoo her, auf dem Rückweg aber leider an einer Straße. Es gibt kleine, kaum nennenswerte Steigungen, größtenteils ich die Strecke aber sehr flach und komplett asphaltiert. So alles in allem ist die Strecke okay, sie ist gut zu laufen, teilweise mit schönen Blick auf den See, aber ein richtiges Highlight ist sie auch nicht. Wobei ich da durch Landschafts- und Trailläufe natürlich auch verwöhnt bin, bei einem Stadtlauf sollte ich da nicht wo hart in meinem Urteil sein. Das ist schon ein schöner Lauf.

In der zweiten Runde konnte ich dann laufen wie ich wollte. Ich war ziemlich fix unterwegs, schneller als ich eigentlich vor hatte, da ich mich aber gut gefühlt habe, habe ich mein Tempo auch nicht groß gedrosselt sondern wollte es dann auch wissen. Schaffe ich es in dem Tempo weiter zu laufen?

In der dritten Runde war es auf der Strecke schon merklich leerer, für mich lief es aber immer noch sehr gut, ich konnte das Tempo sogar noch ein wenig anziehen, und ich habe immer noch Leute überholt.

Die vierte und letzte Runde sah sehr ähnlich aus. Ich hatte zwar das Gefühl viel zu schnell zu sein, aber da ich keinerlei Probleme hatte lief ich einfach. Und irgendwie habe ich meine Kräfte wohl ganz gut eingeteilt, ich war am Schluss beim Einlauf in die Zielgerade dann so am Limit, dass ich kaum noch einen Schlussspurt hinlegen konnte. Die Motivation dafür war aber auch recht gering, vor mir keiner zum Überholen, hinter mir niemand der gefährlich wurde, und ich habe eine Zeit gelaufen die komfortable unter den gesteckten Zielen lag.

Ich hatte dafür Trainiert, auf jeden Fall unter 01:40 zu bleiben. Die alte Bestzeit lag bei 1:37:nochwas, das zweite Ziel war es diese zu schlagen. Als Sahnehäubchen hatte ich mir gewünscht, in die Nähe von 01:35 zu kommen.

Ich bin nach 01:33:36 ins Ziel, also Sahnehäubchen mit Sternchen. 7ter in meiner Altersklasse, 36ster bei den Männern, 37ster insgesamt.

Und ich bin sehr sehr zufrieden.

Drei Sachen habe ich noch bei mir beobachtet:

  • Ich habe Spaß daran, an diesem ganzen. Ja, auch das frühe Aufstehen nehme ich dann in Kauf, vielleicht gehört es auch dazu, es trägt auf jeden Fall zu einer besonderen Atmosphäre bei.
  • Laufen bleibt. Ich bin bei vielen Sachen bereit sie in Frage zu stellen, aber ich bin mir sehr sicher, das Laufen wird für mich bleiben.
  • Noch während ich die Ziellinie überquert habe, habe ich schon daran gedacht, was als nächstes kommt. Schaffe ich jetzt noch die 1:29 (Diese Saison)? Oder lieber länger? Oder höher? Darüber schreibe ich aber das nächste Mal, erst einmal gönne ich meinen doch schweren Beinen eine kleine Pause. Oder ein Päuschen. Na ja, ne lockere Runde wird ja wohl drin sein… das Wetter ist gerade so schön…

 

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