10. EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag Rund um Ennepetal

Letzten Sonntag fand der 10. EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag Rund um Ennepetal statt, und das muss ich mal eben aufarbeiten. Oder auch: aus versehen Marathon.

Bei der Veranstaltung handelt es sich um einen so genannten Freundschaftslauf, es gibt also keine Wertung und es ist kein Wettrennen, sondern alle laufen in einer Gruppe einen Tag lang durch den Wald. Unterteilt ist die insgesamt 56 km lange Strecke in 5 Etappen, an deren Ende jeweils ein Verpflegungspunkt wartet. Außerdem gab es die Möglichkeit, mit einem Bustransfer vom Sportplatz in Ennepetel an dem sich das „Hauptquartier“ der Veranstaltung befand zu den einzelnen Etappenpunkten zu fahren, so dass man zu jeder Etappe ein- oder auch aussteigen konnte.

Durch diesen Modus konnten bei der Veranstaltung Läufer verschiedenster Leistungsniveaus miteinander Laufen. Die erfahrenen Ultra-Läufer die die komplette Distanz absolviert haben eben so wie die noch nicht so erfahrenen, die dann nur eine, zwei oder drei Etappen dabei waren. Und da es kein Wettkampf war sind alle gemütlich miteinander gelaufen und es wurde sehr viel gequatscht. So weit ich das mitbekommen habe war die Stimmung die ganze Zeit klasse, und ich muss den Organisatoren ein riesen Lob aussprechen, denn das hat wirklich alles top funktioniert. Eine wirklich tolle Veranstaltung, und ich werde nächstes Jahr mit Sicherheit wieder dabei sein.

Dieses Jahr habe ich erst ganz knapp vorher (letzten Mittwoch) erfahren dass das stattfindet, aber da ich eh 30km profiliert in meinem Trainingsplan stehen hatte passt diese Veranstaltung ja ausgezeichnet, immerhin ist das auch eine Landschaftslauf mit etwa 1500 Höhenmetern auf der gesamten Strecke, und sie führt fast komplett durch Wälder und hat auch einen gewissen Singletrailanteil. Drei Etappen und dann Schluss, das war der Plan

Da ich auch hin und wieder schlafen muss und die Verbindung mit dem ÖPNV am frühen Sonntag morgen von Dortmund nach Ennepetal eher bescheiden ist, habe ich dann kurzerhand doch erst mit der zweiten Etappe angefangen. Zusammen mit etwa 10 anderen Läuferinnen wurde ich dann pünktlich zum ersten Etappenpunkt gefahren, wo wir nur wenige Minuten warten mussten bis die Gruppe von bestimmt 150 Leuten in einer langen Linie den Feldweg entlang kam. Dort traf ich dann auch Christian und Patrick, über die ich von dem Lauf erfahren hatte.

Trotz der weit über 30°C und knallender Sonne lief es für mich ziemlich gut, und ich hatte von Anfang an Spaß bei dem Lauf. Die Strecke hat mir gut gefallen und ich habe mit vielen interessanten und netten Menschen gequatscht (über die sich jetzt schon wieder gefährliche Connections zu ergeben scheinen). Natürlich wurde ich auf meine Barfußschuhe angesprochen, aber es gab auch eine Gruppe (oder nennt man sowas „Crew“?) von Sandalenläufern, mit denen ich mich ausführlich austauschen konnte.

Die Verpflegung and den Etappenpunkten war wirklich 1a-spitzenklasse, aber besonders den außerplanmäßigen Verpflegungspunkt auf der dritten Etappe muss ich lobend hervor heben. Da haben Anwohner an der Strecke mit einem Gartenschlauch eine Dusche improvisiert und Wassereis und Melone verteilt. Ganz großes Kino! Leider hat sich die Gruppe am Ende der dritten Etappe (für mich die zweite) dann spürbar verkleinert. Viele Leute sind ausgestiegen weil sie es so geplant hatten, aber leider musste auch Christian abbrechen. Für mich stand noch eine Etappe auf dem Plan, aber seien wir mal ehrlich: glaubt irgendjemand ich hätte danach Schluss gemacht?

Am Ende der vierten Etappe, ich hatte mittlerweile auch meine 34km in den Beinen, waren es wohl noch 20 Leute die sich auf den Weg machten, viel von ihnen Mitglieder der Ennepetaler Sportfreunde und somit „alte Hasen“, aber mir ging es immer noch so gut dass ich natürlich noch weiter gelaufen bin.

Und was soll ich sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Das letzte Stück der Strecke war noch mal richtig toll (oder besser: gerade das letzte Stück war noch mal richtig toll), aber auch die Gruppe hat so wie sie war ziemlich gut funktioniert. Immerhin waren wir uns hinterher alle darüber einig dass die zusätzlichen Verpflegungspunkte nur zur Verweichlichung der Läufer beitragen 😉

Nach Sechseinhalb Stunden, etwa eine Stunde davon Pause an den VPs, in denen ich über 1.200 Höhenmeter auf einer gesamten Strecke von 43.5km überwunden habe, sind wir dann alle gemeinsam in einer Gruppe über die letzte Staumauer an der Heilenbecker Talsperre ins Ziel gelaufen.

Und wenn man es jetzt ganz genau nimmt könnte auffallen dass 43.5km ja mehr sind als ein Marathon, streng genommen bin ich gestern also aus versehen einen Ultra gelaufen.

Und so einen Ultra läuft man natürlich nicht, ohne auch was zu lernen:

  • Mein Setup funktioniert! Weder Kleidung noch Schuhe noch Rucksack noch Ernährung (Hauptsächlich Datteln, Äpfel und Bananen) haben irgendwo irgendwelche Probleme gemacht. Nix scheuert, nix juckt, keine Blasen und keine Magenprobleme.
  • Wenn ich nur langsam genug Laufe, genug Trinke, genug Esse und genug Schatten da ist, ist es für mich möglich auch länger als 40km bei der Hitze zu laufen.
  • So etwas ist prima um mich ein wenig zu bremsen. Ich tendiere dazu immer ein wenig zu flott zu starten (wer nicht?), aber durch die erfahreneren Ultra-Läufer die dafür gesorgt haben dass das Tempo die komplette Zeit über sehr ruhig war, war ich gezwungen das ganze auch ruhig zu gestalten. Anders hätte ich das wohl nicht so leicht geschafft.
  • Aber ich muss auch sagen: ich bin fit. Mein Trainingsplan scheint zu funktionieren, und am meisten wundert mich, dass ich am Tag danach ins Fitnesstudio gehen konnte, so als wäre nix gewesen. Am Tag nach einem Gerade-eben-so-Ultra. Auch wenn ich natürlich den Rest des Sonntages damit verbracht habe alles zu essen was irgendwie in Reichweite war.

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Der Emsradweg

So. Nach zwei (sportlich) sehr intensiven Wochen muss ich ja langsam mit dem Recap anfangen, denn Eindrücke wollen ja auch ausgerückt werden, und ich werde das Ganze chronologisch angehen. First things first. Und angefangen hat alles mit der Idee, dass so ein Bier am Strand ja eigentlich was ziemlich nettes ist, also habe ich mich aufs Rad geschwungen und bin ans Meer gefahren.

So weit die Kurzfassung. Zwischen der Idee und dem Bier am Meer lagen natürlich mehrere Tage Planung, und die 400km Strecke fährt sich ja auch nicht von selber. Und es ging ja auch vor allem um die Fahrt, das Bier am Strand war mehr eine Ausrede um einen Grund für die Fahrt zu haben. Bevor ich aber von der Fahrt berichte will ich noch folgendes loswerden: wer im Detail wissen will wie so eine Fahrt so ist, der möge sich bitte selber auf den Weg machen!

Also, Bier am Strand war die Idee, und im Regal steht die Karte des Emsradweges eh schon viel zu lange unbenutzt. Ich hatte ja letztens schon eine mehrtägige Radtour gemacht, und ich brauchte von der intensiven Vorbereitung für den Vulkan-Marathon im September eh mal eine kleine Auszeit vom Laufen. Irgendwie hat sich alles von selber ergeben.

Ziemlich schnell stand fest dass ich die Distanz in drei Etappen überwinden wollte, und mit Blick auf die Verteilung der Campingplätze habe ich mich dazu entschlossen, das in 160, 130 und 110 Km Blöcke auf zu teilen. Das Ganze ist ein Kompromiss zwischen durchballern und auch noch ein wenig Zeit haben das ganze zu genießen, und das hat sich als ganz guter Plan heraus gestellt. Gerade am letzten Tag wollte ich möglichst früh in Norddeich ankommen, um eine möglichst frühe Fähre auf die Insel zu bekommen. Am ersten Tag hatte ich auch noch die Möglichkeit einer schönen Mittagspause inklusive Essen in Münster, was bei etwa 80km liegt, da hat sich die Distanz von 160km am ersten Tag ja auch von selber ergeben.

Die erste Etappe von Dortmund nach Münster war mir schon mehr oder weniger bekannt, da ich sie schon mal gefahren bin. Das bestimmende Bild ist hier der Dortmund-Ems-Kanal. Die Strecke lässt sich eigentlich ziemlich gut fahren, aber wegen vieler Baustellen und nur sehr ungenügend ausgeschilderten Umleitungen des Radweges bin ich am Ende dann doch ein wenig ins Schwitzen gekommen, um mein Date zum Mittagessen noch rechtzeitig erreichen zu können. Insgesamt die langweiligste Etappe, aber gut zum reinkommen.

Die zweite Etappe von Münster nach Salzbergen war dann gleich viel spannender. Es ging jetzt nicht mehr am Kanal, sonder an der Ems entlang, und auch wenn der Fluss natürlich das immer wiederkehrende Thema war, ist die Strecke doch um einiges abwechsungsreicher als gedacht. Der Weg lässt sich gut fahren, ist hervorragend ausgeschildert so das eine Oldschool-Navigation nur mit Karte und nach Schildern ohne Probleme möglich ist. Ich meine ich hätte während der ganzen Etappe nur ein mal mein Handy herraus geholt zur aktuellen Positionsbestimmung.

So macht Fahrrad fahren Spaß!

Abends habe ich dann erschöpft aber glücklich den Campingplatz in Salzbergen erreicht. Wie das heutzutage so üblich zu seien scheint, bedeutet „Campingplatz“ in diesem Fall „Stadtteil in dem keine Häuser sondern nur Wohnwagen dauerthaft stehen“, und in dem ich mich mit meinem Zelt auf eine minimini Rasenfläche hinter dem Klohaus „ausbreiten“ konnte. Neben mir war noch ein weiteres Paar so verrückt wirklich in einem Zelt schlafen zu wollen, und wir haben unsere zwei Zelte so gerade eben auf die zur Verfügung stehende Fläche quetschen können.

Aber, ich konnte mich nach dem einfachen aber nahrhaften Mahl welches ich mir zubereitet hatte an den Fluss setzen und das schnell noch im nahen Supermarkt erstandene Bier genießen.

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Am nächsten Morgen dann fix zusammengepackt, gefrühstückt und wieder ab auf’s Bike auf die dritte Etappe von Salzbergen nach Papenburg. Und das ist ja das was ich mag, egal ob bei mehrtägigen Wanderungen oder Radtouren, dieses Abbauen des Lagers und wieder aufbrechen, dieses „Leben unterwegs„. Leider habe ich dann nach 10 Minuten fahrt, kurz hinter Salzbergen einen viel schöneren Campingplatz von einem Ruderclub entdeckt, wo auch mehrere Zelte standen und einige Fluss- und Radwanderer übernachtet hatten. Das wäre die bessere Wahl gewesen.

Die Strecke ging weiter wie sie am Abend vorher endete. Immer durch das Emsgebiet, mal am Fluss mal durch die umliegenden Gebiete, durch kleine Bauernschaften, Felder und Städte. Und ich hatte wirklich Glück mit dem Wetter. Es waren Schauer angekündigt, und den ganzen Tag sah ich durch das flache Land die Regenwolken ziehen, aber irgendwie bin ich immer genau zwischen, vor oder hinter den Schauern her gefahren. Nur einmal habe ich meine Regenjacke raus geholt, aber das war eigentlich auch unnötig denn ich habe nur ein paar Tropfen abbekommen.

Okay, ein Regenschauer hat mich doch erwischt. Ich hatte gerade eine schöne Stelle zur Mittagspause gefunden, mein Rad abgestellt, da fing es an zu tröpfeln. Und gerade als ich mich dann in den Unterstand gesetzt hatte fing es richtig an zu schütten. Und dann saß ich da, aß mein selbstgebackenes Bananenbrot mit Erdnussbutter und war einfach nur glücklich. Es sind die kleinen Dinge! Hat der Regenschauer mich also doch nicht erwischt.

Trotz des 160km vom Vortag bin ich ziemlich gut vorran gekommen, und ich habe auch festgestellt dass die Strecke ziemlich beliebt ist, denn immer wieder haben ich kleinere und größere Gruppen von anderen Radwanderern überholt, die das ganze ein wenig entspannter angegangen sind als ich.

Ziel des Tages war ein Campingplatz am Tunxdorfer See bei Papenburg was ja erst mal ziemlich nett klingt, sich aber leider wieder als ziemlicher Griff ins Klo herraus gestellt hat. Okay, ich hatte da keine Probleme, die Menschen waren alle nett und so… aber es war eben wieder ein Campingplatz nur für Dauercamper, und ich konnte mich da wieder in eine kleine freie Ecke quetschen. Wieder zusammen mit einem anderen radwandernden Paar.

Aber gut, nach zwei Tagen im Sattel war ich eh relativ platt und haben den Tag recht schnell beendet, um ausgeruht für den letzten Tag zu sein. Und das war auch wirklich nötig.

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Fing die vierte Etappe von Papenburg nach Emden noch relativ gut an, war von anfang an klar dass das Wetter nicht halten würde, und ich definitiv mit Regen zu kämpfen haben werde. Es war nur die Frage wie weit ich noch trocken kommen würde. Weit war das nicht. Von Papenburg an sind die Radwege wirklich erstklassig ausgebaut, und es fährt sich trotz der mittlerweile knapp 300km in den Beinen wie von selbst, aber wenn dann der Regen einsetzt und sich noch Gegenwind dazu gesellt wird es zur harten Prüfung. Der Regen sollte mich den ganzen Tag begleiten, und ich war dann schon darüber glücklich, nicht nur Gegenwind zu haben. Von der Strecke und der Landschaft habe ich dann nicht mehr viel mitbekommen, schnell ging es bei mir nur noch darum irgendwie voran zu kommen und dem Regen zu trotzen, und die Aussicht auf eine Mittagspause mit warmen Kaffee in Emden Endpunkt des Emsradweges waren die größte Motivation.

Es kam dann wie es kommen musste, kurz vor Emden ist noch eine kleine Fähre zu nutzen um über die mittlerweile recht breite Ems zu gelangen, und ich habe ganz knapp die letzte Fähre vor der Mittagspause verpasst, so dass ich anderthalb Stunden klatschnass am kleinen Hafen in Ditzum warten musste, und die für Mittagspause verplante Zeit nicht in einem warmen Lokal mit Kaffee, sondern auf der überdachten (immerhin!) Bank am Hafen verbrachte.

Bis zur nächsten Überfahrt sollten sich dann noch jede menge weitere Radfahrer so wie drei Posche inklusive ihrer schnöseligen Fahrer einfinden, die sich dann alle auf die winzigkleine Fähre quetschen mussten. Aber irgendwann war ich dann drüber, und habe dann nach einem kleinen Umweg den Endpunkt des Emsradweges erreicht, immer noch im strömenden Regen, und habe mir dann trotzdem noch einen warmen Kaffee in Emden gegönnt.

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(Die Brücke wäre mit dem Auto übrigens nur ein paar Minuten entfernt, aber sie mussten ja die Fähre nehmen)

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Ab hier wurde es dann Spaßig. Strömender Regen, Wind, 350km in den Beinen, keine Karte mehr und durch die unfreiwillige Pause trotz kürzester Tagesdistanz drohender Zeitdruck. Diese letzte Etappe von Emden nach Norddeich waren die längsten 50km der Tour, und ich habe die wenigsten Erinnerungen daran, weil ich nur mit mir und der Strecke gekämpft habe. Ich war bemüht dass zur Navigation benötigte Handy so selten wie möglich aus der Tasche zu holen, um es dem Regen nicht unnötig aus zu setzen, aufgrunddessen habe ich mich mehrmals verfahren, und das Handy am Ende doch kaputt bekommen. Aber irgendwie habe ich dann doch den Hafen in Norddeich Mole erreicht, und konnte dann mit einer Fähre später als geplant, die vorletzte des Tages, rüber nach Norderney.

Das Bild, wie ich da pitschepatsche nass mit einem völlig verdreckten Fahrrad auf der Fähre saß muss herrlich gewesen sein. Immerhin hatte ich mitlerweilse aufgehört zu regnen. Glücklicherweise war der Supermarkt noch auf, und ich konnte den Tag und damit auch die Tour mit einem riesen großen Haufen Soulfood beenden.

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So, und was lernen wir jetzt aus dem ganzen?

  • Ich hatte keinen Platten und auch sonst kein einziges Problem mit dem Fahrrad oder sonst einem Teil meiner Ausrüstung. Was schade ist, denn so konnte ich nicht feststellen ob die Auswahl an Werkzeugen auch gut war, oder ob ich nicht vielleicht zu viel oder zu wenig mitgeschleppt habe.
  • Okay, das Problem mit dem Handy und dem Regen. Ich werde mir wohl ein Navi zulegen müssen. Ist ja für’s Geländelaufen auch praktischer als das Handy
  • Aber auch die Oldschool-Navigation mit Karte und Schildern ist toll, macht Spaß und man lernt die Gegend viel besser kennen, denn man muss überlegen wo man ist, und nicht nur dem Punkt auf der digitalen Karte folgen. Gutes Konzept!
  • Auch körperlich keine Probleme. Klar, anstrengend, aber keine Krämpfe, keine Probleme im Knie oder Rücken oder Hintern.
  • Viel mehr oder weiter hätte es zu diesem Zeitpunkt, mit dem Rad und der Menge an Gepäck auch nicht seien dürfen. Für längere Touren mit diesem Setup sollten die Tagesetappen kürzer sein, für längere Etappen muss ich ein schnelleres Bike und weniger Gepäck mitschleppen.
  • Damit komme ich natürlich direkt zur Anschlussfrage: Und nu? Ideen sowohl für längere als auch schnellere Touren fangen an in meinem Kopf herrum zu schwirren.
  • Denn eines ist mal klar: Mir macht sowas Spaß. Auch wenn der letzte Tag vor allem eine Prüfung des Willens war, das Gefühl dann an zu kommen und es geschafft zu haben entschädigt für alles.
  • An meinem Rad fehlt noch ein Halter für einen Kaffeebecher, und ich irgendwie brauche ich auch noch eine Kaffeemaschine im Hosentaschenformat. Ich hörte da mal von „Aeropress“ als Stichwort.

Eine kleine Anekdote von der Strecke habe ich noch: beide Paare mit denen ich den knappen Platz für Zelte geteilt habe, waren ziemlich nett. Aber wenn wir uns über die Tour und die Etappen unterhielten haben beide Männer ganz schnell betonen müssen, dass „sie“ das ja auch schneller hinbekommen würden. Anscheinend hielten sie es für nötig sich dafür rechtfertigen zu müssen, entspannter unterwegs zu sein. Schon witzig.

Das versprochene Bier am Strand gab es dann am nächsten Tag, und dann ging es auch schon wieder, diesmal mit dem Zug, gen Heimat.

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Trainingsrückblick Juli 2016 und allgemeiner Statusbericht

Es ist ja schon wieder August, Zeit für einen kleinen Rückblick auf den vegangenen Monat. Leider habe ich nur unvollständige historische Daten, aber ich denke der Juli war einer der Lauftechnisch intensivsten, wenn nicht sogar der intensivste Monat. Ich bin am Ende auf über 300km gekommen, und das ist für mich sehr viel, und ich weiß auch jetzt schon dass ich diesen Umfang nicht auf Dauer halten können werde. Aber, aktuell geht es mir erstaunlich gut damit. Mein Training ist sehr abwechslungsreich, ich habe einen wilden Mix aus Tempo- und Intervalleinheiten, entspannten Läufen und langen Trailläufen. Garniert wurde das ganze mit zwei kleinen Wettkämpfen (1, 2) und ein wenig Radfahren. Der Laufkalender ist also pickepackevoll, aber ich habe aktuell viel Spaß daran.

Notgedrungen (habe habe ja noch ein „Leben“) habe ich dann auch mit dem Training in den Morgenstunden experimentiert, was auch ganz gut geklappt hat. Ich brauche nach dem Aufstehen einen Kaffee, eine Banane und ein wenig Warmlaufen, dann klappt es auch mit Tempoeinheiten am Morgen. Und auch das konsequente Dehnen und die Arbeit mit der Blackroll zahlen sich aus, denn wenn ich das mal nicht mache merke ich es am nächsten Tag direkt.

Insgesamt läuft das Training für den Vulkan-Marathon also ziemlich gut, und ich bin doch recht zuversichtlich den Lauf nicht nur zu „überleben“, sondern das ganze auch mit einer menge Spaß absolvieren zu können.


Aber ich will hier die Gelegenheit nutzen noch etwas anderes los zu werden. Die Umfänge, Distanzen aber auch Geschwindigkeiten sind bei mir jetzt so langsam auf einem Niveau, bei dem ich mich immer öfter „erklären“ muss. Als Beispiel hatte ich nach einem 30k Traillauf letzten Monat eine kurze Diskussion mit einer Bekannten, die das total Beeindruckent fand. Da ich eher locker gelaufen bin habe ich dieses „beeindruckend“ relativiert, aber sie meinte nur dass sie ja schon glücklich ist über ihre Zeiten und ihre Distanzen, die davon weit entfernt sind.

Aber das ist doch genau der Punkt. Sie ist glücklich über ihre Zeiten und Distanzen, genau so wie ich glücklich bin über das was ich schaffe. Das ist doch das Tolle an diesem Sport. Jeder kann auf seinem Level Erfolge feiern, denn wir laufen nicht gegen die anderen, sondern gegen uns selbst. Wenn ich eine neue persönliche Bestleistung (PB) aufstelle, bin ich darüber genau so froh und glücklich wie jeder andere der eine neue PB aufstellt, das Level spielt dabei überhaupt keine Rolle. Ob ich die 5k jetzt in unter 19:00 min, unter 30:00min oder überhaupt das erste mal schaffe ist doch egal. Wichtig ist, ich habe etwas erreicht was ich vorher nicht erreicht habe, und das gilt es zu feiern.

Und das ich jetzt „mal eben“ (so „mal eben“ ist das ja nun auch nicht) über 30 km durch den Wald laufe kommt ja auch nicht von ungefähr. Ich laufe jetzt schon ein paar Jahre, und trainiere aktuell relativ intensiv. Und ich erinnere mich auch noch gut an viele Momente an denen ich dachte „krass, das hast du jetzt geschafft„. Ich weiß noch genau wie es sich angefühlt hat, als ich bei dem langen Lauf am Wochenende den einen Bogen mehr gelaufen bin, und dann das erste mal 14 km gelaufen bin. Und wie die 14km dann keine Ausnahme mehr waren, sondern wie ich die regelmäßig gelaufen bin. Oder wie ich gemerkt habe dass ich mich beim Laufen ausruhen kann, wenn ich ein wenig Tempo rausnehmen, und so plötzlich einfach so über eine Stunde laufen konnte. Und ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich nach meiner 10km Runde dachte „ach scheiß drauf, das laufe ich jetzt einfach noch mal„, und dann das erste mal in meinem Leben 20km gelaufen bin. Ich war extrem glücklich, und erst mal eine Woche krank.

Und dann der Moment in dem ich realisiert habe, dass ich auch in der Woche, einfach mal so, 20km laufen kann, und das auch regelmäßig mache (ohne nachher krank zu sein). Oder dass ich auch nach einer Pause, wenn ich mal einige Wochen garnicht oder nur wenig laufe, wieder sehr schnell auf einem Niveau bin, auf dem ich die Halbmarathondistanz wieder locker schaffe.

Zwischen all diesen Punkten steckt viel Training, mal intensiver und die Abstände sind kürzer, aber ich habe das auch schon mal schleifen lassen, dann stecken dazwischen Jahre. Aber wichtig für mich ist, ich habe mich über jeden Punkt gefreut, ich hatte immer wieder diesen „WOW“ effekt, und das hat eben dazu geführt, dass ich jetzt auf dem Niveau laufe, auf dem ich eben laufe, ganz egal ob das jetzt gut oder schlecht ist. Das ist aber mein persönliches Ding, meine Geschichte, und ich vergleiche mit mit niemandem, genau so wie sich bitte niemand mit mir vergleichen soll.

Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass sich meine Ziele dabei auch immer mit mir mit entwickelt haben. Ich habe nie gesagt „so, fertig, das habe ich jetzt erreicht, hier kann ich aufhören„, und deswegen würde ich auch nie sagen ich wäre ein „guter“ Läufer, denn vor mir liegt noch so einiges, was ich aktuell noch nicht schaffen würde. Und wie bereits gesagt, wenn jemand sich vornimmt 5k oder 10k zu laufen, dafür trainiert und es dann schafft ist das eine tolle und beeindruckende Leistung, und aktuell hoffe ich dass mein Training für meinen ersten Trail-Marathon erfolgreich wird, ich hinterher auch wieder sagen kann „krass, das habe ich geschafft!„.

Nur ist es eben wichtig danach nicht stehen zu bleiben, sondern nach vorne zu schauen.


So, das musste ich nur mal eben los werden. Weiter machen.