Trainingsrückblick Juli 2016 und allgemeiner Statusbericht

Es ist ja schon wieder August, Zeit für einen kleinen Rückblick auf den vegangenen Monat. Leider habe ich nur unvollständige historische Daten, aber ich denke der Juli war einer der Lauftechnisch intensivsten, wenn nicht sogar der intensivste Monat. Ich bin am Ende auf über 300km gekommen, und das ist für mich sehr viel, und ich weiß auch jetzt schon dass ich diesen Umfang nicht auf Dauer halten können werde. Aber, aktuell geht es mir erstaunlich gut damit. Mein Training ist sehr abwechslungsreich, ich habe einen wilden Mix aus Tempo- und Intervalleinheiten, entspannten Läufen und langen Trailläufen. Garniert wurde das ganze mit zwei kleinen Wettkämpfen (1, 2) und ein wenig Radfahren. Der Laufkalender ist also pickepackevoll, aber ich habe aktuell viel Spaß daran.

Notgedrungen (habe habe ja noch ein „Leben“) habe ich dann auch mit dem Training in den Morgenstunden experimentiert, was auch ganz gut geklappt hat. Ich brauche nach dem Aufstehen einen Kaffee, eine Banane und ein wenig Warmlaufen, dann klappt es auch mit Tempoeinheiten am Morgen. Und auch das konsequente Dehnen und die Arbeit mit der Blackroll zahlen sich aus, denn wenn ich das mal nicht mache merke ich es am nächsten Tag direkt.

Insgesamt läuft das Training für den Vulkan-Marathon also ziemlich gut, und ich bin doch recht zuversichtlich den Lauf nicht nur zu „überleben“, sondern das ganze auch mit einer menge Spaß absolvieren zu können.


Aber ich will hier die Gelegenheit nutzen noch etwas anderes los zu werden. Die Umfänge, Distanzen aber auch Geschwindigkeiten sind bei mir jetzt so langsam auf einem Niveau, bei dem ich mich immer öfter „erklären“ muss. Als Beispiel hatte ich nach einem 30k Traillauf letzten Monat eine kurze Diskussion mit einer Bekannten, die das total Beeindruckent fand. Da ich eher locker gelaufen bin habe ich dieses „beeindruckend“ relativiert, aber sie meinte nur dass sie ja schon glücklich ist über ihre Zeiten und ihre Distanzen, die davon weit entfernt sind.

Aber das ist doch genau der Punkt. Sie ist glücklich über ihre Zeiten und Distanzen, genau so wie ich glücklich bin über das was ich schaffe. Das ist doch das Tolle an diesem Sport. Jeder kann auf seinem Level Erfolge feiern, denn wir laufen nicht gegen die anderen, sondern gegen uns selbst. Wenn ich eine neue persönliche Bestleistung (PB) aufstelle, bin ich darüber genau so froh und glücklich wie jeder andere der eine neue PB aufstellt, das Level spielt dabei überhaupt keine Rolle. Ob ich die 5k jetzt in unter 19:00 min, unter 30:00min oder überhaupt das erste mal schaffe ist doch egal. Wichtig ist, ich habe etwas erreicht was ich vorher nicht erreicht habe, und das gilt es zu feiern.

Und das ich jetzt „mal eben“ (so „mal eben“ ist das ja nun auch nicht) über 30 km durch den Wald laufe kommt ja auch nicht von ungefähr. Ich laufe jetzt schon ein paar Jahre, und trainiere aktuell relativ intensiv. Und ich erinnere mich auch noch gut an viele Momente an denen ich dachte „krass, das hast du jetzt geschafft„. Ich weiß noch genau wie es sich angefühlt hat, als ich bei dem langen Lauf am Wochenende den einen Bogen mehr gelaufen bin, und dann das erste mal 14 km gelaufen bin. Und wie die 14km dann keine Ausnahme mehr waren, sondern wie ich die regelmäßig gelaufen bin. Oder wie ich gemerkt habe dass ich mich beim Laufen ausruhen kann, wenn ich ein wenig Tempo rausnehmen, und so plötzlich einfach so über eine Stunde laufen konnte. Und ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich nach meiner 10km Runde dachte „ach scheiß drauf, das laufe ich jetzt einfach noch mal„, und dann das erste mal in meinem Leben 20km gelaufen bin. Ich war extrem glücklich, und erst mal eine Woche krank.

Und dann der Moment in dem ich realisiert habe, dass ich auch in der Woche, einfach mal so, 20km laufen kann, und das auch regelmäßig mache (ohne nachher krank zu sein). Oder dass ich auch nach einer Pause, wenn ich mal einige Wochen garnicht oder nur wenig laufe, wieder sehr schnell auf einem Niveau bin, auf dem ich die Halbmarathondistanz wieder locker schaffe.

Zwischen all diesen Punkten steckt viel Training, mal intensiver und die Abstände sind kürzer, aber ich habe das auch schon mal schleifen lassen, dann stecken dazwischen Jahre. Aber wichtig für mich ist, ich habe mich über jeden Punkt gefreut, ich hatte immer wieder diesen „WOW“ effekt, und das hat eben dazu geführt, dass ich jetzt auf dem Niveau laufe, auf dem ich eben laufe, ganz egal ob das jetzt gut oder schlecht ist. Das ist aber mein persönliches Ding, meine Geschichte, und ich vergleiche mit mit niemandem, genau so wie sich bitte niemand mit mir vergleichen soll.

Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass sich meine Ziele dabei auch immer mit mir mit entwickelt haben. Ich habe nie gesagt „so, fertig, das habe ich jetzt erreicht, hier kann ich aufhören„, und deswegen würde ich auch nie sagen ich wäre ein „guter“ Läufer, denn vor mir liegt noch so einiges, was ich aktuell noch nicht schaffen würde. Und wie bereits gesagt, wenn jemand sich vornimmt 5k oder 10k zu laufen, dafür trainiert und es dann schafft ist das eine tolle und beeindruckende Leistung, und aktuell hoffe ich dass mein Training für meinen ersten Trail-Marathon erfolgreich wird, ich hinterher auch wieder sagen kann „krass, das habe ich geschafft!„.

Nur ist es eben wichtig danach nicht stehen zu bleiben, sondern nach vorne zu schauen.


So, das musste ich nur mal eben los werden. Weiter machen.

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