Trainingsplanung 2017 Teil 1 – Rückblick

Mit der Erfolgreichen Prüfung zum 1. Kup in Teakwon-Do (rot-schwarzer Gurt) kurz vor Weihnachten habe ich auch das letzte sportliche Ziel  erreicht, welches ich mir für 2016 gesetzt hatte, und da bietet es sich ja an mal über das nächste Jahr und die sportlichen Ziele für nächstes Jahr nach zu denken.

Aber, erst einmal will ich zurück blicken auch die Ziele von 2016, schauen wie das so gelaufen ist, welche Probleme ich hatte und was ich vielleicht daraus lernen kann. Ich versuche auch mich kurz zu fassen.

Vor ziemlich genau einem Jahr stand ich vor der gleichen Überlegung, und meine höchste Priorität damals war, konstant am Laufen dran zu bleiben. Ich hatte gerade eine Verletzungspause überstanden und bin mir hoher Motivation wieder in das Laufen eingestiegen, und meine Idee war es das Laufen noch mehr als es eh schon war zu einem festen Teil meines Lebens zu machen. Und anstatt mir als Ziel zu setzen eine bestimmte Anzahl von Kilometern im Jahr zu laufen, hatte ich damals die Idee, mir ein wöchentliches Ziel zu setzen.  Auf diese Art war ich gezwungen (ohne hier die negative Bedeutung zu betonen, ich wollte es ja), das Laufen zu einem festen Teil meines Wochenplans zu machen.

Dieses Wochenziel habe ich so niedrig gewählt, dass ich es auch in echt stressigen Zeiten erreichen kann, aber auch so hoch dass ich dem Laufen eine Priorität geben musste. Damals habe ich mich für 28km entschieden, was sich einfach dadurch erklärt, dass meine Standardstrecken 8, 14 und 20 Kilometer lang sind. Ich würde also jede Woche mindestens zwei mal laufen gehen.

Aber, das ist ja nur das unterste Ende der Fahnenstange, ein Ziel welches ich auch erreichen wollte, wenn es wirklich mies läuft. Wenigstens das sollte drin sein!
Dazu hatte ich auch höhere Ziele, wollte an diversen Wettkämpfen teilnehmen und bin direkt Anfang Januar mit einem Trainingsplan eingestiegen.

Und ganz nebenbei wollte ich auch noch den 2. und 1. Kup in Taekwondo machen (was ja wie schon am Anfang erwähnt geklappt hat), und dazu musste ich auch wenigstens ein mal pro Woche zum Training gehen.

Stellt sich jetzt natürlich die Frage, was daraus geworden ist. Als erstes kleines Fazit kann ich sagen, dass die Wöchentlichen Mikroziele eine gute Idee waren, und bis auf wenige Ausnahmen habe ich das auch gut eingehalten. Zweimal war ich krank, einmal habe ich an einem langen Wochenende den langen Lauf von Sonntag auf Montag verschoben (das war ein spontaner Wettkampf), nach dem Vulkantrail Marathon habe ich mir einfach mal ne Pause gegönnt, und dann ist mir noch das Fahrradfahren dazwischen gekommen.

Auch wenn ich immer schon Fahrrad fahre, als ich die Pläne für dieses Jahr geschmiedet habe, habe ich noch nicht damit gerechnet dass sich das Rad auch zu einem Sportgerät für mich entwickeln würde. Und wenn man am Sonntag eigentlich noch einen Lauf vor hat, aber die Kumpels spontan anfragen ob man auf eine lange Ausfahrt mitkommt, dann ist mir mein Wochenziel an Laufkilometern in dem Moment erst mal egal. Und wenn ich eine Woche lang jeden Tag 8 Stunden auf dem Rad sitze, denke ich auch nicht daran unbedingt noch diese Laufkilometer ab zu reißen.

Das ist eine wichtige Erkenntnis, die ich mir für die neuen Ziele merken muss: Dinge ändern sich!

Ich bin aber recht zufrieden damit, dass ich in keiner Woche aus Faulheit oder mangels Lust meine Kilometer nicht gemacht habe. Und durch die Wettkämpfe und die damit verbundenen Trainingspläne habe ich in den meisten Wochen weit mehr, oftmals doppelt, teilweise drei mal so viel gelaufen wie mein Minimalziel mir vorgeschrieben hätte.

Zweite wichtige Erkenntnis: Wettkämpfe und Trainingspläne motivieren enorm.

Und noch etwas hat sich geändert, ich bin einem „Team“ (na ja, eher Gruppe) beigetreten, welches von einem Trainer betreut wird. Neben der zusätzlichen Motivation hat mir das aber auch die Erkenntnis gebracht, das Qualität wichtiger ist als Quantität, Ziele die rein auf der Kilometerzahl also wenig Aussagekräftig sind.

Wirkliche Wettkampfziele hatte ich Anfang letztens Jahres noch gar nicht so konkret. Ich hatte den Halbmarathon in Münster und ein paar andere kleine Wettkämpfe für die ich direkt im Januar mit dem Trainingsplan angefangen habe, ich wusste das ich bei dem Sauerland Höhenflug und vielleicht auch bei dem Phoenixsee Halbmarathon teilnehmen will, aber das war es dann auch schon. Alle anderen Wettkampfziele waren noch sehr unkonkret, vor allem der Vulkantrail Marathon, und haben sich erst im Laufe des Jahres ergeben. Vor allem der Beitritt zu dem Team hat meine Ziele nochmals beeinflusst.

So weit zu meinem kurzen Rückblick. Um das ganze nicht zu lang werden zu lassen, mache ich hier einen cut und werde in einem nächsten Beitrag weiter machen und nach vorne schauen.

Fehlende Features bei digitaler Routenplanung

Jetzt während des Saisonumschwunges ändert sich auch mein Training, und damit auch die Routen. Ich gehe weg vom Laufen auf den Trails (die ja kaum noch benutzbar sind) und orientiere mich mehr in Richtung Radfahren, was ganz andere Anforderungen an die Streckenplanung hat, und ich verbringe wieder viel Zeit am Schreibtisch, den Kaffeepot in der Hand und eine Karte auf dem Bildschirm vor mir.

Und dabei fällt mir auf, was für Features mir bei den gängigen Routenplanern noch fehlen. Auch wenn ich die Möglichkeit nicht ausschließen möchte, dass die Features existieren und ich sie nur nicht gefunden habe, der Fehler sitzt ja eben doch meistens zwischen Tastatur und Stuhl. Zur Erinnerung, ich nutze Strava, gpsies, komoot und naviki zum Erstellen der Routen (und ab und zu osm oder Google Maps).

Notizen und Markierungen

Oft sitzt man dann ja nicht alleine vor der Karte, sondern mit mehreren, gerade wenn es nicht um die eine kleine Trainingsfahrt geht, sondern um längere Touren (Beim Radfahren reden wir da von „Coffee-Rides“). Und während man dann über der Karte sinniert und diskutiert, würde ich gerne Notizen hinterlassen und Abschnitte markieren, ähnlich einem Bleistift auf einer Papier-Karte. So in der Art „Dieser Abschnitt is besonders schön“, oder „Hier ist immer viel Berufsverkehr“.

Im Gegensatz zu den Notizen mit Bleistift auf Papier würde ich diese Notizen aber gerne speichern und teilen, so dass über die Zeit das Wissen von meinen Freunden und mir über bestimmte Regionen gesammelt und abrufbar wird. Und dann würde ich sie gerne ein- und ausblenden können, und dem Algorithmus sagen, welche markierten Abschnitte ich gerne abfahren würde, und welche ich vermeiden möchte. Die Automatische Routenerstellung wie sie Naviki oder Komoot haben, sollen dann nur noch die Lücken füllen.

Mehr als eine Vorlage anzeigen

Ich würde gerne mehrere Fahrten die ich bereits absolviert habe, oder die ich bei gpsies (oder so) gefunden habe, in den Editor laden können, um dann diese Information nutzen zu können um eine neue Strecke zu planen. Sei es um schöne Abschnitte noch mal zu fahren, Eintönigkeit zu vermeiden oder einfach zu sehen wie ich Strecken gut kombinieren kann.

„Operationen“ auf Strecken

Das schließt sich direkt an den vorherigen Wunsch an. Wenn ich mehrere sich überschneidende Strecken geladen habe, würde ich gerne leicht und einfach mit wenigen Klicks auswählen können, welchen Abschnitt welcher Strecke ich fahren möchte, und welcher weg soll, so dass ich einfach zwei oder mehr Strecken kombinieren kann.

Alternativrouten anlegen

Bei allen Editoren habe ich nur eine Route, dich ich bearbeiten kann. Ich würde aber gerne Alternativen anlegen und mit abspeichern können, so dass ich mich erst kurz vor der Fahrt entscheiden muss, welche ich jetzt wähle. Optimal wäre da natürlich auch eine Integration in das Navi, so dass ich wirklich erst bei der Fahrt entscheiden muss. Anwendung könnte das zum Beispiel bei Baustellen finden. Ich weiß dass ein bestimmter Abschnitt gesperrt ist und plane eine Alternative, kann aber vor Ort noch mal überprüfen ob die Baustelle nicht vielleicht schon fertig und die Strecke wieder frei ist. Ähnliches gilt für Offroad-Strecken in der härteren Jahreszeit. Ich überprüfe ob eine Stelle passierbar ist, und wenn nicht habe ich schon eine Alternative parat.

Abschließend muss ich noch anmerken, dass all das auch „so“ möglich ist, mit mehreren geöffneten Karten in separaten Tabs oder Browserfenstern, mit viel hin- und her-geklicke und vielen separaten Strecken.  Das hier sind aber Features die ich vermisse damit es einfacher geht.

Habe ich noch was vergessen?

 

Trainingsrückblick August 2016

Der August war was das Training angeht mal wieder ein sehr spannender Monat. Der reine Umfang war ein wenig geringer als im Juli, ich bin sogar anderthalb Wochen gar nicht gelaufen, dafür waren es aber wieder sehr (sehr!) abwechslungsreich.

In den anderthalb Wochen komplett ohne Laufen war ich natürlich nicht untätig, sondern ich bin kurzerhand mit dem Rad ans Meer gefahren um am Strand ein Bier zu trinken. Und das tat wirklich gut, denn ich habe gerade in der Woche davor gespürt dass das intensive Lauftraining anfing an mir zu zehren und ich auch im Kopf müde wurde, da kam diese Pause gerade recht.

Aber damit nicht genug. Im Anschluss an die Tour bin ich mal eben in die Alpen gefahren und habe das auch als Trainingslager genutzt, da wäre ich ja schön blöde wenn ich das nicht getan habe. Aber anstatt einem festen Plan zu folgen bin ich einfach so ein paar mal frei Schnauze die Berge hoch und runter gelaufen. Insgesamt habe ich über 80 km mit 6.000 Höhenmetern in der Woche überwunden, davon 45km und 3.000 Höhenmeter laufend und den Rest wandernd.

P1060377IMG_20160816_120128 IMG_20160819_170345

Als Abschluss bin ich dann recht kurzentschlossen bei dem Sengbachlauf für die 30km (~700HM) gestartet, und konnte das ganze in 2:25:45 als 13ter finishen (4.AK). Ein wirklich schöner Lauf, und mit dem Ergebnis bin ich auch mehr als zufrieden.

14115473_903465609758826_853322503023471850_o

Dieses Intermezzo im strukturierten Training, die Pause vom Laufen, aber besonders Intensiv auch das Laufen in den Bergen mit dem erfolgreichen Wettkampf zum Abschluss hat mir richtig gut getan und hat das Feuer und den Hunger, was ich fast befürchtet hatte ein wenig zu verlieren nach den kräftezehrenden Wochen davor, wieder voll entfacht. Ich würde sagen das Feuer brennt heißer als je zuvor.

Ich bin also mit großem Anlauf und viel Elan wieder voll ins Qualitätstraining eingestiegen, hab brav meine Intervalle und Tempoläufe absolviert, und habe dann eine Woche nach dem Sengbach 30k Laufe mal eben so, ganz aus Versehen, einen Ultra gefinished (auch wenn hier natürlich fairerweise darauf hingewiesen werden muss dass es kein Wettkampf war).

Also, spannender Monat, einiges ist passiert. Es liegt noch was vor mir, aber das Ende des aktuellen intensiven (Lauf-) Trainingsplans liegt schon in Sichtweite.

Trainingsrückblick Juli 2016 und allgemeiner Statusbericht

Es ist ja schon wieder August, Zeit für einen kleinen Rückblick auf den vegangenen Monat. Leider habe ich nur unvollständige historische Daten, aber ich denke der Juli war einer der Lauftechnisch intensivsten, wenn nicht sogar der intensivste Monat. Ich bin am Ende auf über 300km gekommen, und das ist für mich sehr viel, und ich weiß auch jetzt schon dass ich diesen Umfang nicht auf Dauer halten können werde. Aber, aktuell geht es mir erstaunlich gut damit. Mein Training ist sehr abwechslungsreich, ich habe einen wilden Mix aus Tempo- und Intervalleinheiten, entspannten Läufen und langen Trailläufen. Garniert wurde das ganze mit zwei kleinen Wettkämpfen (1, 2) und ein wenig Radfahren. Der Laufkalender ist also pickepackevoll, aber ich habe aktuell viel Spaß daran.

Notgedrungen (habe habe ja noch ein „Leben“) habe ich dann auch mit dem Training in den Morgenstunden experimentiert, was auch ganz gut geklappt hat. Ich brauche nach dem Aufstehen einen Kaffee, eine Banane und ein wenig Warmlaufen, dann klappt es auch mit Tempoeinheiten am Morgen. Und auch das konsequente Dehnen und die Arbeit mit der Blackroll zahlen sich aus, denn wenn ich das mal nicht mache merke ich es am nächsten Tag direkt.

Insgesamt läuft das Training für den Vulkan-Marathon also ziemlich gut, und ich bin doch recht zuversichtlich den Lauf nicht nur zu „überleben“, sondern das ganze auch mit einer menge Spaß absolvieren zu können.


Aber ich will hier die Gelegenheit nutzen noch etwas anderes los zu werden. Die Umfänge, Distanzen aber auch Geschwindigkeiten sind bei mir jetzt so langsam auf einem Niveau, bei dem ich mich immer öfter „erklären“ muss. Als Beispiel hatte ich nach einem 30k Traillauf letzten Monat eine kurze Diskussion mit einer Bekannten, die das total Beeindruckent fand. Da ich eher locker gelaufen bin habe ich dieses „beeindruckend“ relativiert, aber sie meinte nur dass sie ja schon glücklich ist über ihre Zeiten und ihre Distanzen, die davon weit entfernt sind.

Aber das ist doch genau der Punkt. Sie ist glücklich über ihre Zeiten und Distanzen, genau so wie ich glücklich bin über das was ich schaffe. Das ist doch das Tolle an diesem Sport. Jeder kann auf seinem Level Erfolge feiern, denn wir laufen nicht gegen die anderen, sondern gegen uns selbst. Wenn ich eine neue persönliche Bestleistung (PB) aufstelle, bin ich darüber genau so froh und glücklich wie jeder andere der eine neue PB aufstellt, das Level spielt dabei überhaupt keine Rolle. Ob ich die 5k jetzt in unter 19:00 min, unter 30:00min oder überhaupt das erste mal schaffe ist doch egal. Wichtig ist, ich habe etwas erreicht was ich vorher nicht erreicht habe, und das gilt es zu feiern.

Und das ich jetzt „mal eben“ (so „mal eben“ ist das ja nun auch nicht) über 30 km durch den Wald laufe kommt ja auch nicht von ungefähr. Ich laufe jetzt schon ein paar Jahre, und trainiere aktuell relativ intensiv. Und ich erinnere mich auch noch gut an viele Momente an denen ich dachte „krass, das hast du jetzt geschafft„. Ich weiß noch genau wie es sich angefühlt hat, als ich bei dem langen Lauf am Wochenende den einen Bogen mehr gelaufen bin, und dann das erste mal 14 km gelaufen bin. Und wie die 14km dann keine Ausnahme mehr waren, sondern wie ich die regelmäßig gelaufen bin. Oder wie ich gemerkt habe dass ich mich beim Laufen ausruhen kann, wenn ich ein wenig Tempo rausnehmen, und so plötzlich einfach so über eine Stunde laufen konnte. Und ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich nach meiner 10km Runde dachte „ach scheiß drauf, das laufe ich jetzt einfach noch mal„, und dann das erste mal in meinem Leben 20km gelaufen bin. Ich war extrem glücklich, und erst mal eine Woche krank.

Und dann der Moment in dem ich realisiert habe, dass ich auch in der Woche, einfach mal so, 20km laufen kann, und das auch regelmäßig mache (ohne nachher krank zu sein). Oder dass ich auch nach einer Pause, wenn ich mal einige Wochen garnicht oder nur wenig laufe, wieder sehr schnell auf einem Niveau bin, auf dem ich die Halbmarathondistanz wieder locker schaffe.

Zwischen all diesen Punkten steckt viel Training, mal intensiver und die Abstände sind kürzer, aber ich habe das auch schon mal schleifen lassen, dann stecken dazwischen Jahre. Aber wichtig für mich ist, ich habe mich über jeden Punkt gefreut, ich hatte immer wieder diesen „WOW“ effekt, und das hat eben dazu geführt, dass ich jetzt auf dem Niveau laufe, auf dem ich eben laufe, ganz egal ob das jetzt gut oder schlecht ist. Das ist aber mein persönliches Ding, meine Geschichte, und ich vergleiche mit mit niemandem, genau so wie sich bitte niemand mit mir vergleichen soll.

Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass sich meine Ziele dabei auch immer mit mir mit entwickelt haben. Ich habe nie gesagt „so, fertig, das habe ich jetzt erreicht, hier kann ich aufhören„, und deswegen würde ich auch nie sagen ich wäre ein „guter“ Läufer, denn vor mir liegt noch so einiges, was ich aktuell noch nicht schaffen würde. Und wie bereits gesagt, wenn jemand sich vornimmt 5k oder 10k zu laufen, dafür trainiert und es dann schafft ist das eine tolle und beeindruckende Leistung, und aktuell hoffe ich dass mein Training für meinen ersten Trail-Marathon erfolgreich wird, ich hinterher auch wieder sagen kann „krass, das habe ich geschafft!„.

Nur ist es eben wichtig danach nicht stehen zu bleiben, sondern nach vorne zu schauen.


So, das musste ich nur mal eben los werden. Weiter machen.

Ein Satz warme Ohren

Zum Wochenende gibt es ausnahmsweise mal was auf die Ohren, nämlich zwei Podcast Empfehlungen, die man dann zum Beispiel beim Laufen hören könnte (Beim Radfahren bitte nicht).

Erst einmal gibt es aus der Reihe „IQ – Wissenschaft und Forschung“ vom BR2 unter dem Titel „Von der Mahlzeit zur Medaille? Ernährungskonzepte für Sportler“ eine wirklich hörenswerte und informative Sendung über Sport und Ernährung. Besonders gut hat mir gefallen dass sie darauf hinweisen dass Ergebnisse oder Erfolge bei der Ernährung nicht generalisiert werden sollten. Was für den einen funktioniert mag für den anderen völlig unbrauchbar sein. Das kann man eigentlich gar nicht stark genug betonen.

Und dann wurde heute auch eine neue Folge des FatBoysRun Podcasts veröffentlicht, diesmal mit Michael Arend als Gast. Und er erzählt auch einiges spannendes zum Thema Training, das kann man sich ruhig mal zu Gemüte führen. Zu den FatBoys muss ich aber noch sagen, dass ich da anfangs so meine Problemchen mit hatte. Ich höre dann doch oft Podcasts mit Moderatoren vom Schlage eines Holger Klein  oder Tim Pritlove, und das sind wirkliche Profis. Und ohne es abwerten meinen zu wollen, in diesem Kontext wirken die FatBoys manchmal ziemlich amateurhaft, und da musste ich mich erst einmal reinhören. Aber, es lohnt sich, denn was die so erzählen ist echt spannend.

Trainingsrückblick Juni 2016

Und wieder ist ein interessanter Monat so schnell verstrichen, dass ich es kaum gemerkt habe, zeit für einen (wirklich kurzen und oberflächlichen) Rückblick. Es ist aber auch einiges passiert. Der Sauerland Höhenflug, Tough Mudder NRW und letztes Wochenende noch der Ruhrtalradweg mit dem Fahrrad, über fehlende Abwechslung kann ich mich da wahrlich nicht beklagen.

Allerdings bin ich diesen Monat so wenig km gelaufen wie seit Januar nicht mehr, dafür ist die Qualität der einzelnen Läufe gestiegen und ich bin auch viel Rad gefahren, und einmal hatte ich so nen kleinen Schnupfen, da habe ich 3 Tage janüschts gemacht. Also alles in Ordnung. Ich merke aber dass ich wirklich sehr motiviert bin und sowohl Umfänge als auch Qualität der Läufe unbedingt wieder steigern möchte.

Unter’m Strich bin ich im Juni 160km gelaufen, und habe dabei 2.500 Höhenmeter überwunden. Ich habe wieder viel neues kennen gelernt (I’m looking at you, UWE), viel Trail- und Intervalltraining gemacht und hatte zwei Wettkämpfe. Und am wichtigsten: Ich bin zufrieden damit.

Aber es ist ja nicht nur Monats-, sondern auch Halbjahresende, da kann ich ja auch mal auf die Zahlen gucken. Bisher bin ich im laufenden Jahr 1.052 km mit fast 10.000 Höhenmetern gelaufen, und habe dabei 4d 08:46:55 meines Lebenes verschwendet investiert. Damit habe ich mein wenn-alles-blöd-läuft-die-motivation-mich-verlässt-und-auch-noch-verletzungspech-dazu-kommt Jahresminimalziel schon fast erreicht, könnte mich bis Sylvester also entspannt zurück lehnen. Tue ich aber natürlich nicht sondern peile jetzt mit größerer Zuversicht das höhere Ziel and, und wenn die Motivation so bleibt wie bisher (und der Sommer nicht all zu schwül-warm wird) werde ich das wohl auch erreichen.

Ich habe im letzten halbe Jahr viel gelernt (was das Laufen an geht, aber auch nicht nur da), und ich freue mich schon auf das nächste Halbjahr mit hoffentlich genau so viel Spaß.

 

Digitale Bewaffnung

Vorgestern fragte mich ein Freund, welche Karten-App ich denn so benutzen würde, ob ich ihm das was empfehlen könne. Puh, gar nicht so einfach, denn die eine App die alles erschlägt gibt es wohl nicht. Aber ich will mal versuchen aufzudröseln wie ich das so mache.

Anwendungsfälle

Erst einmal, welchen Bedarf habe ich. Ich gehe Laufen und Trailrunnen (sagt man das so?), Wandern, mache Radtouren und fahre in der Stadt Fahrrad. Bei allen habe ich andere Ansprüche an Strecke und App. Dann teilt sich die Appnutzung in zwei große Bereiche, die Planung und die Navigation.

Streckenplanung

Planen mache ich meistens zuhause am Laptop mit großem Bildschirm, mit nem Pott frischen Kaffee in der Hand, das ist einfach komfortabler und entspannter (und mit Kaffee!) als an einem kleinen Smartphone-Bildschirm. Ich nutze da aber nicht nur eine App, sondern meistens eine ganze Liste, zwischen denen ich vergleiche, hin und her schalte und crosschecke.

Inspiration bekomme ich bei gpsies.com oder lokalen Streckenverzeichnissen wie wanderwege-nrw.de. Gerade für Radtouren bietet sich radroutenplaner.nrw.de auch an, die Webseite ist zwar hässlich, das Streckenvorschläge sind aber oft sehr gut. Oder ich nutze komoot.de, dort finden sich auch viele Vorschläge und das Routing ist auch sehr gut.

Vor allem fürs Radfahren in der Stadt, wenn ich von A nach B muss nutze ich naviki.org, manchmal überprüfe ich aber auch bei Radtouren ob dort nicht noch gute Alternativvorschläge gemacht werden. Manchmal nutze ich aber auch ganz einfach de Routenplanung von osm.org oder maps.google.de.

Ziel des Ganzen ist es, eine gpx Datei mit der Route zu erzeugen. Je nachdem wie wichtig mir das ist, vergleiche ich die Routen bei mehreren der Apps und versuche da noch zu optimieren.

Navigation

Ist die Strecke einmal zu meiner Zufriedenheit geplant und die gpx Datei erzeugt, habe ich auch auf dem Smartphone verschiedene Möglichkeiten der Navigation.

Bei Strecken von A nach B in der Stadt mit dem Fahrrad bleibt es manchmal ganz einfach. Planen tue ich da in naviki.org und bleibe dann gleich dabei und nutze die App auch zum Navigieren. Aber auch bei längeren Radtouren kommt die App als Navi bei mir zum Einsatz.

Beim Wandern lade ich die Strecken meistens in oruxmaps.com und erzeuge mir dann eine entsprechende Offline-Karte für das Gebiet. Oruxmaps kann sehr verwirrend zu bedienen sein denn die App kann wirklich sehr viel, man muss sich ein wenig damit beschäftigen um sich damit wohl zu fühlen. Dann ist sie aber auch wirklich gut. Letztens habe ich Oruxmaps auch beim Trail-Orientierungslaufen benutzt. Ich habe mir eine neue Strecke gebaut und bin dann nach der Karte durch den Wald und über Trails gelaufen, das hat auch sehr gut funktioniert.

Komoot nutze ich auch gerne beim Laufen, Wandern oder bei Radtouren, vor allem wegen der Sprachnavigation, da muss ich nicht ständig auf die Karte gucken. Im Wald auf Singletrails stößt dass dann allerdings an die Grenzen, da brauche ich oft doch die Karte.

Sonstiges

Es gibt noch andere Karten-Apps die ich benutze.

  • CriticalMaps hilft Zuspätkommern die Horde zu finden und wenn ich dran denke mache ich die bei einer CM auch an.
  • Lauftraining auf meinen bekannten Strecken wo es nichts zu planen oder Navigieren gibt zeichne ich aktuell mit meiner Garmin auf, davor habe ich aber meistens strava oder runkeeper auf dem Smartphone benutzt.

Ausblick

Aktuell komme ich mit dem Smartphone als Navigationsgerät ganz gut klar, ich weiß aber auch dass es da Optimierungspotential gibt. Gerade beim Trailrunning bereitet mir das ein wenig Bauchschmerzen, da muss ich das die ganze Zeit in der Hand halten was bei schmalen rutschigen mit Pfützen durchsezten Pfaden problematisch werden kann. Da wäre ein dediziertes wasserfestes Outdoor-Navi eine gute Anschaffung. Am bestens eins was ich gut in der Hand halten kann (mit Schlaufe damit ich es nicht verliere), das aber auch mit Fahrrad-Halterung daher kommt.

Es gibt auch Sportuhren mit Navigation, aber ich bezweifle einfach mal dass so ein kleiner Bildschirm da wirklich hilfreich ist. Aktuell denke ich da „wenn schon denn schon“, bleibe bei meiner aktuellen Sportuhr zum Aufzeichnen und erkundige mich nach separaten Geräten zur Navigation. Ich lasse mich da aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen.

Ich weiß dass es noch viele Apps mehr gibt, die Lösung für den Freund war dann übrigens OsmAnd, er war nämlich auf der Suche nach einer Offline-Navigation im Auto (tz!). Hinweise auf Apps welche besonders für Wandern, Trailrunning oder Bikes geeignet sind und da einen Mehrwert bieten nehme ich gerne entgegen.

Bewegungsmelder KW 22.2016

Wieder unkommentiert und ausserdem viel zu spät. Deal with it!