Trainingsplanung 2017 Teil 2 – Ausblick

Ok, da von prominenter Stelle auf meinen Rückblick verwiesen wurde bleibt mir garnichts anderes übrig, als auch meine Planungen für das Jahr hier öffentlich zu besprechen.

Und oh, geneigter Zuhörer, was habe ich mir da Gedanken gemacht. Mit der erfolgreichen Einführung des wöchentlichen Kilometerzieles kann es ja nicht aufhören, ich habe so viel gelernt im letzten Jahr, so viel Trainiert, das muss sich doch auch in den Planungen wiederfinden. Was ist den mit dem „Qualität statt Quantität“? Was mit dem Fahrradfahren? Und das Training hat sich ja auch ausgezahlt, ich bin ein besserer Athlet als noch vor einem Jahr, das Ziel sollte das ja auch Reflektieren. Ein einfaches, simples, Kilometerziel spiegelt das nicht wieder.

Und die Idee ist ja eigentlich recht simpel: Ich erstelle mir einen Schlüssel, nach dem ich verschiedenen Trainingseinheiten eine bestimmte Anzahl von Punkten gebe, und setze mir dann ein Punkteziel.

Das könnte dann zum Beispiel so aussehen, dass eine Stunde normal laufen einen Punkt „wert“ ist, eine Stunde normal Radfahren einen Halben, und Intervalltraining zwei. Ein Wochenziel von 4 Punkten könnte ich dann mit zwei mal Intervallraining, oder 4 Stunden laufen, oder 2 Stunden Rad und 3 Stunden laufen, oder oder oder.

Klingt doch erst mal nicht schlecht.

Nur habe ich eine wichtige Erkenntnis des letzten Jahres dabei vergessen: Dinge ändern sich! Und auch wenn letztes Jahr schon ein Jahr der Änderungen war, das war Kindergarten im Vergleich zu dem was jetzt kommt. Alle Prognosen sagen ein wildes Jahr voraus, dessen Verlauf und Ende noch weit in den Sternen liegt. Und da muss ich mir auch eingestehen, so ein kompliziertes System für die Wochenziele passt da einfach nicht.

Für mich hieß es zu überlegen: Was ist die Grundlage, was soll überdauern, auch wenn alles anders kommt als die Orakel es Prophezeien? Und da lautet die Antwort schlicht und einfach: Laufen. Selbst wenn alles andere um mich herum im Wandel ist, ich will meine Schuhe schnüren und raus gehen. Und genau das reicht mir als Minimalziel, womit wir wieder ganz am Anfang wären, alle Überlegungen werden über Board geworfen, ich setze mir wieder ein ganz einfaches Ziel: (etwa) 30km pro Woche. Das muss immer drin sein, auch bei schwerstem Wellengang.

Aber gut, seien wir mal mutig, eine kleine Änderung soll es geben: 30km + 1 Ausfahrt mit dem Rad.

Alles andere, alles was darüber hinaus geht regele ich durch Wettkämpfe und die Vorbereitung darauf. Da die Gewässer trüb sind und die Zukunft im Nebel liegt fahre ich dabei auf Sicht, ich habe grobe Überlegungen aber keine konkreten Pläne und Ziele die ich dann eh wieder über Board werfen müsste.

Und das erste Ziel ist auch schon in Sichtweite: eine neue Bestzeit auf der Halbmarathon Distanz! Seit vorgestern habe ich meinen Trainingsplan für den Venloop Halbmarathon in etwa 11 Wochen, und da heißt es für mich in den nächsten Wochen viel und schnell zu laufen, mit jeweils einer Ausfahrt auf dem Rad als Alternativtraining pro Woche.

Auf dem Weg zum Venloop werde ich natürlich auch ein paar B-Wettkämpfe bestreiten.

So weit die konkrete Planung.

Das nächste Ziel ist dann schon vager. Ich würde mich dann gerne wieder um die längeren Distanzen und Trails kümmern, bin auch schon bei einem kleinen Ultra-Trail und einem Trail-HM in der ersten Jahreshälfte gemeldet, aber mit der Option dieses Ziel in die zweite Jahreshälfte zu verschieben.

Die zweite Jahreshälfte ist dann ein komplett weißes Blatt, durch das Training in dem Team bleibt mir aber gar nichts anderes über, als ständig am Ball zu bleiben, auch ohne konkrete Planung und Ziele, und dadurch kommen auch andauernd Inspirationen für Wettkämpfe, so das mir mit Sicherheit nicht langweilig wird.  Ein Problem bei der Sache ist dann natürlich, dass ich es kaum schaffen werde bei beliebten Wettkämpfen mit begrenzter Teilnehmerzahl noch einen Startplatz zu ergattern. Klar, ich hätte mir mehr Plätze sichern können, um dann vielleicht doch nicht zu starten, aber das finde ich unfair denen gegenüber die wirklich dran teil nehmen wollen, denn auch wenn ich meinen Startplatz dann weiter gebe nehme ich den Menschen dann die Gelegenheit sich anständig darauf vor zu bereiten.

Neben dem Laufen habe ich mir auch überlegt, dass ich gerne mal an einem Radevent teilnehmen würde. Es gibt da ein paar interessantere, aber auch normale RTFs hier in der Gegend. Das ist aber noch so vage, das es eher als Idee, als kleine Randnotiz, als „könnte man ja auch mal machen“, in meinen Planungen vermerkt ist.

So wird  das Jahr also laufen: ich habe meine sich ständig wandelnde Liste an Wettkämpfen und Läufen, aber auch Radausfahrten und RTFs, und immer wenn etwas davon in Sichtweite gerät überlege ich mir ob ich daran teilnehme. Und währenddessen bleibe ich dabei, dass ich jede Woche wenigstens zwei mal Laufen gehe und mich einmal auf das Rad setze.

Es bleibt spannend.

 

Der Emsradweg

So. Nach zwei (sportlich) sehr intensiven Wochen muss ich ja langsam mit dem Recap anfangen, denn Eindrücke wollen ja auch ausgerückt werden, und ich werde das Ganze chronologisch angehen. First things first. Und angefangen hat alles mit der Idee, dass so ein Bier am Strand ja eigentlich was ziemlich nettes ist, also habe ich mich aufs Rad geschwungen und bin ans Meer gefahren.

So weit die Kurzfassung. Zwischen der Idee und dem Bier am Meer lagen natürlich mehrere Tage Planung, und die 400km Strecke fährt sich ja auch nicht von selber. Und es ging ja auch vor allem um die Fahrt, das Bier am Strand war mehr eine Ausrede um einen Grund für die Fahrt zu haben. Bevor ich aber von der Fahrt berichte will ich noch folgendes loswerden: wer im Detail wissen will wie so eine Fahrt so ist, der möge sich bitte selber auf den Weg machen!

Also, Bier am Strand war die Idee, und im Regal steht die Karte des Emsradweges eh schon viel zu lange unbenutzt. Ich hatte ja letztens schon eine mehrtägige Radtour gemacht, und ich brauchte von der intensiven Vorbereitung für den Vulkan-Marathon im September eh mal eine kleine Auszeit vom Laufen. Irgendwie hat sich alles von selber ergeben.

Ziemlich schnell stand fest dass ich die Distanz in drei Etappen überwinden wollte, und mit Blick auf die Verteilung der Campingplätze habe ich mich dazu entschlossen, das in 160, 130 und 110 Km Blöcke auf zu teilen. Das Ganze ist ein Kompromiss zwischen durchballern und auch noch ein wenig Zeit haben das ganze zu genießen, und das hat sich als ganz guter Plan heraus gestellt. Gerade am letzten Tag wollte ich möglichst früh in Norddeich ankommen, um eine möglichst frühe Fähre auf die Insel zu bekommen. Am ersten Tag hatte ich auch noch die Möglichkeit einer schönen Mittagspause inklusive Essen in Münster, was bei etwa 80km liegt, da hat sich die Distanz von 160km am ersten Tag ja auch von selber ergeben.

Die erste Etappe von Dortmund nach Münster war mir schon mehr oder weniger bekannt, da ich sie schon mal gefahren bin. Das bestimmende Bild ist hier der Dortmund-Ems-Kanal. Die Strecke lässt sich eigentlich ziemlich gut fahren, aber wegen vieler Baustellen und nur sehr ungenügend ausgeschilderten Umleitungen des Radweges bin ich am Ende dann doch ein wenig ins Schwitzen gekommen, um mein Date zum Mittagessen noch rechtzeitig erreichen zu können. Insgesamt die langweiligste Etappe, aber gut zum reinkommen.

Die zweite Etappe von Münster nach Salzbergen war dann gleich viel spannender. Es ging jetzt nicht mehr am Kanal, sonder an der Ems entlang, und auch wenn der Fluss natürlich das immer wiederkehrende Thema war, ist die Strecke doch um einiges abwechsungsreicher als gedacht. Der Weg lässt sich gut fahren, ist hervorragend ausgeschildert so das eine Oldschool-Navigation nur mit Karte und nach Schildern ohne Probleme möglich ist. Ich meine ich hätte während der ganzen Etappe nur ein mal mein Handy herraus geholt zur aktuellen Positionsbestimmung.

So macht Fahrrad fahren Spaß!

Abends habe ich dann erschöpft aber glücklich den Campingplatz in Salzbergen erreicht. Wie das heutzutage so üblich zu seien scheint, bedeutet „Campingplatz“ in diesem Fall „Stadtteil in dem keine Häuser sondern nur Wohnwagen dauerthaft stehen“, und in dem ich mich mit meinem Zelt auf eine minimini Rasenfläche hinter dem Klohaus „ausbreiten“ konnte. Neben mir war noch ein weiteres Paar so verrückt wirklich in einem Zelt schlafen zu wollen, und wir haben unsere zwei Zelte so gerade eben auf die zur Verfügung stehende Fläche quetschen können.

Aber, ich konnte mich nach dem einfachen aber nahrhaften Mahl welches ich mir zubereitet hatte an den Fluss setzen und das schnell noch im nahen Supermarkt erstandene Bier genießen.

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Am nächsten Morgen dann fix zusammengepackt, gefrühstückt und wieder ab auf’s Bike auf die dritte Etappe von Salzbergen nach Papenburg. Und das ist ja das was ich mag, egal ob bei mehrtägigen Wanderungen oder Radtouren, dieses Abbauen des Lagers und wieder aufbrechen, dieses „Leben unterwegs„. Leider habe ich dann nach 10 Minuten fahrt, kurz hinter Salzbergen einen viel schöneren Campingplatz von einem Ruderclub entdeckt, wo auch mehrere Zelte standen und einige Fluss- und Radwanderer übernachtet hatten. Das wäre die bessere Wahl gewesen.

Die Strecke ging weiter wie sie am Abend vorher endete. Immer durch das Emsgebiet, mal am Fluss mal durch die umliegenden Gebiete, durch kleine Bauernschaften, Felder und Städte. Und ich hatte wirklich Glück mit dem Wetter. Es waren Schauer angekündigt, und den ganzen Tag sah ich durch das flache Land die Regenwolken ziehen, aber irgendwie bin ich immer genau zwischen, vor oder hinter den Schauern her gefahren. Nur einmal habe ich meine Regenjacke raus geholt, aber das war eigentlich auch unnötig denn ich habe nur ein paar Tropfen abbekommen.

Okay, ein Regenschauer hat mich doch erwischt. Ich hatte gerade eine schöne Stelle zur Mittagspause gefunden, mein Rad abgestellt, da fing es an zu tröpfeln. Und gerade als ich mich dann in den Unterstand gesetzt hatte fing es richtig an zu schütten. Und dann saß ich da, aß mein selbstgebackenes Bananenbrot mit Erdnussbutter und war einfach nur glücklich. Es sind die kleinen Dinge! Hat der Regenschauer mich also doch nicht erwischt.

Trotz des 160km vom Vortag bin ich ziemlich gut vorran gekommen, und ich habe auch festgestellt dass die Strecke ziemlich beliebt ist, denn immer wieder haben ich kleinere und größere Gruppen von anderen Radwanderern überholt, die das ganze ein wenig entspannter angegangen sind als ich.

Ziel des Tages war ein Campingplatz am Tunxdorfer See bei Papenburg was ja erst mal ziemlich nett klingt, sich aber leider wieder als ziemlicher Griff ins Klo herraus gestellt hat. Okay, ich hatte da keine Probleme, die Menschen waren alle nett und so… aber es war eben wieder ein Campingplatz nur für Dauercamper, und ich konnte mich da wieder in eine kleine freie Ecke quetschen. Wieder zusammen mit einem anderen radwandernden Paar.

Aber gut, nach zwei Tagen im Sattel war ich eh relativ platt und haben den Tag recht schnell beendet, um ausgeruht für den letzten Tag zu sein. Und das war auch wirklich nötig.

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Fing die vierte Etappe von Papenburg nach Emden noch relativ gut an, war von anfang an klar dass das Wetter nicht halten würde, und ich definitiv mit Regen zu kämpfen haben werde. Es war nur die Frage wie weit ich noch trocken kommen würde. Weit war das nicht. Von Papenburg an sind die Radwege wirklich erstklassig ausgebaut, und es fährt sich trotz der mittlerweile knapp 300km in den Beinen wie von selbst, aber wenn dann der Regen einsetzt und sich noch Gegenwind dazu gesellt wird es zur harten Prüfung. Der Regen sollte mich den ganzen Tag begleiten, und ich war dann schon darüber glücklich, nicht nur Gegenwind zu haben. Von der Strecke und der Landschaft habe ich dann nicht mehr viel mitbekommen, schnell ging es bei mir nur noch darum irgendwie voran zu kommen und dem Regen zu trotzen, und die Aussicht auf eine Mittagspause mit warmen Kaffee in Emden Endpunkt des Emsradweges waren die größte Motivation.

Es kam dann wie es kommen musste, kurz vor Emden ist noch eine kleine Fähre zu nutzen um über die mittlerweile recht breite Ems zu gelangen, und ich habe ganz knapp die letzte Fähre vor der Mittagspause verpasst, so dass ich anderthalb Stunden klatschnass am kleinen Hafen in Ditzum warten musste, und die für Mittagspause verplante Zeit nicht in einem warmen Lokal mit Kaffee, sondern auf der überdachten (immerhin!) Bank am Hafen verbrachte.

Bis zur nächsten Überfahrt sollten sich dann noch jede menge weitere Radfahrer so wie drei Posche inklusive ihrer schnöseligen Fahrer einfinden, die sich dann alle auf die winzigkleine Fähre quetschen mussten. Aber irgendwann war ich dann drüber, und habe dann nach einem kleinen Umweg den Endpunkt des Emsradweges erreicht, immer noch im strömenden Regen, und habe mir dann trotzdem noch einen warmen Kaffee in Emden gegönnt.

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(Die Brücke wäre mit dem Auto übrigens nur ein paar Minuten entfernt, aber sie mussten ja die Fähre nehmen)

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Ab hier wurde es dann Spaßig. Strömender Regen, Wind, 350km in den Beinen, keine Karte mehr und durch die unfreiwillige Pause trotz kürzester Tagesdistanz drohender Zeitdruck. Diese letzte Etappe von Emden nach Norddeich waren die längsten 50km der Tour, und ich habe die wenigsten Erinnerungen daran, weil ich nur mit mir und der Strecke gekämpft habe. Ich war bemüht dass zur Navigation benötigte Handy so selten wie möglich aus der Tasche zu holen, um es dem Regen nicht unnötig aus zu setzen, aufgrunddessen habe ich mich mehrmals verfahren, und das Handy am Ende doch kaputt bekommen. Aber irgendwie habe ich dann doch den Hafen in Norddeich Mole erreicht, und konnte dann mit einer Fähre später als geplant, die vorletzte des Tages, rüber nach Norderney.

Das Bild, wie ich da pitschepatsche nass mit einem völlig verdreckten Fahrrad auf der Fähre saß muss herrlich gewesen sein. Immerhin hatte ich mitlerweilse aufgehört zu regnen. Glücklicherweise war der Supermarkt noch auf, und ich konnte den Tag und damit auch die Tour mit einem riesen großen Haufen Soulfood beenden.

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So, und was lernen wir jetzt aus dem ganzen?

  • Ich hatte keinen Platten und auch sonst kein einziges Problem mit dem Fahrrad oder sonst einem Teil meiner Ausrüstung. Was schade ist, denn so konnte ich nicht feststellen ob die Auswahl an Werkzeugen auch gut war, oder ob ich nicht vielleicht zu viel oder zu wenig mitgeschleppt habe.
  • Okay, das Problem mit dem Handy und dem Regen. Ich werde mir wohl ein Navi zulegen müssen. Ist ja für’s Geländelaufen auch praktischer als das Handy
  • Aber auch die Oldschool-Navigation mit Karte und Schildern ist toll, macht Spaß und man lernt die Gegend viel besser kennen, denn man muss überlegen wo man ist, und nicht nur dem Punkt auf der digitalen Karte folgen. Gutes Konzept!
  • Auch körperlich keine Probleme. Klar, anstrengend, aber keine Krämpfe, keine Probleme im Knie oder Rücken oder Hintern.
  • Viel mehr oder weiter hätte es zu diesem Zeitpunkt, mit dem Rad und der Menge an Gepäck auch nicht seien dürfen. Für längere Touren mit diesem Setup sollten die Tagesetappen kürzer sein, für längere Etappen muss ich ein schnelleres Bike und weniger Gepäck mitschleppen.
  • Damit komme ich natürlich direkt zur Anschlussfrage: Und nu? Ideen sowohl für längere als auch schnellere Touren fangen an in meinem Kopf herrum zu schwirren.
  • Denn eines ist mal klar: Mir macht sowas Spaß. Auch wenn der letzte Tag vor allem eine Prüfung des Willens war, das Gefühl dann an zu kommen und es geschafft zu haben entschädigt für alles.
  • An meinem Rad fehlt noch ein Halter für einen Kaffeebecher, und ich irgendwie brauche ich auch noch eine Kaffeemaschine im Hosentaschenformat. Ich hörte da mal von „Aeropress“ als Stichwort.

Eine kleine Anekdote von der Strecke habe ich noch: beide Paare mit denen ich den knappen Platz für Zelte geteilt habe, waren ziemlich nett. Aber wenn wir uns über die Tour und die Etappen unterhielten haben beide Männer ganz schnell betonen müssen, dass „sie“ das ja auch schneller hinbekommen würden. Anscheinend hielten sie es für nötig sich dafür rechtfertigen zu müssen, entspannter unterwegs zu sein. Schon witzig.

Das versprochene Bier am Strand gab es dann am nächsten Tag, und dann ging es auch schon wieder, diesmal mit dem Zug, gen Heimat.

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Ruhrtalradweg von Winterberg bis Dortmund

Ich hatte ja versprochen dass dieses Wochenende wieder eine Tour geplant war. Ich war aber nicht laufen oder wandern, sondern bin den Ruhrtalradweg von Winterberg bis Dortmund gefahren, 140km in zwei Tagen mit dem Tourenrad.

Und als erstes muss ich ja mal ganz grundsätzlich sagen, so kleine Mini-Urlaube sind schon etwas sehr feines. Freitags Abends Vorbereitungen und Taschen packen, Samstags morgens los, eine Übernachtung in der Fremde, Sonntags wieder weiter und dann Abends das Wochenende zuhause ausklingen lassen. Dadurch dass man Samstags morgens direkt los fährt ist man direkt im Urlaubsmodus, und durch das weitermachen am Sonntagmorgen hat man auch das Gefühl einer längeren Tour, aber komprimiert auf zwei Tage. Viel besser kann man ein Wochenende eigentlich nicht nutzen.

Der Ruhrtalradweg hat sich angeboten, weil eine Bahn von Dortmund direkt zum Start fährt, ohne Umsteigen, die Anreise also sehr einfach ist, der Weg ist relativ gut ausgeschildert und eine große Planung und Navigation war nicht nötig, und weil ein „nach Hause fahren“ auch nett ist. Außerdem geht es in diese Richtung nur bergab. Ideal für so einen Kurzurlaub also.

Um das Ganze nicht ganz so einfach zu machen sind wir natürlich trotz der echt miesen Wetteraussichten losgefahren und haben für die Übernachtung ein Zelt eingepackt. Wetter ist halt immer, darauf Rücksicht zu nehmen nutzt ja nix.

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In Winterberg angekommen geht es erst mal bergauf zur Ruhrquelle (von wegen „nur“ bergab), und dann, wie der Name des Weges vermuten lässt, einfach weiter durch das Ruhrtal. Während neben einem die Ruhr immer breiter wird, und sich von einem Rinnsal in den Fluss wandelt den wir hier „unten“ kennen, muss man eigentlich nur dem wirklich gut beschilderten Wegen folgen. Die Beschaffenheit der Wege ist durchgehend gut und lässt sich problemlos fahren, ist aber nicht nur Asphalt sondern auch viel Schotterwege und auch abschnittsweise Waldwege. Insgesamt ist der Weg wirklich schön. Bedingt durch die Eigenschaften der Landschaft (es ist ein Tal), lässt es sich natürlich nicht vermeiden auch mal an größeren Straßen fahren zu müssen, denn da Quetschen sich Bahn, Straßen und der Fluss durch, aber man wird immer wieder für solche Passagen entschädigt.

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Wer eine sportliche Herausforderung sucht, sei es mit dem Mountainbike oder dem Rennrad, wird damit wohl nicht zufrieden sein. Für das Mountainbike ist der Weg zu einfach, für das Rennrad sind da zu viele Streckenabschnitte nicht ausgebaut genug, aber mit dem Tourenbike kommt man da wunderbar zurecht. Und ich wollte ja auch keine sportliche Herausforderung, sondern einen Kurzurlaub.

Das Wetter war anfangs echt gnädig. Bewölkt, nicht zu kalt, und nur ab und an ein wenig Fisselregen. Bestes Radfahrwetter also – bis es nach etwa der Hälfte der Strecke richtig anfing zu regnen. Was erst mal gar nicht so schlimm war, ich wusste worauf ich mich einlasse, die Vorhersage hatte es ja vorher gesagt, und ich war mental drauf eingestellt. Nur als dann der Gegenwind einsetze und den Regen mit Schmackes ins Gesicht blies, war es gar nicht mehr so einfach die Stimmung oben zu halten.

Als weiteres Schmankerl hat sich dann heraus gestellt, dass der Mantel und der Schlauch meines Hinterrades ihre besten Zeiten auch schon hinter sich haben. Für die die es noch nicht wissen: eine porösen Mantel im strömenden Regen flicken ist gar nicht so einfach. Wenn man dabei Schutz unter einer Brücke sucht unter der zufällig auch ein Auto mit einem Hundeanhäger steht und der Hund darin völlig ausrastet und durchgehend bellt macht es das nicht unbedingt einfacher.

Irgendwie haben wir dann uns und auch unsere gute Stimmung bis nach Arnsberg bekommen. Der eigentliche Plan sah vor, dort etwas zu Abend zu essen und dann ein paar Kilometer abseits der Route auf einem Campingplatz zu übernachten. Doch durchgefroren, nass bis auf die Knochen und in Aussicht auf einen regendurchweichten, schlammigen Campingplatz war schnell klar: so ein Hotelzimmer mit warmer Dusche hat auch was. Die günstigen Zimmer waren natürlich alle Ausgebucht, aber was soll’s, ist ja nur für eine Nacht. Und Arnsberg ist zum Glück auf Radfahrer eingestellt, so dass wir weder im Restaurant noch im Hotel mit den dreckigen Taschen und Radfahrkleidung Probleme hatten, und die Räder über Nacht wegschließen gehört auch mit zum Standardangebot.

Am nächsten Morgen schien dann die Sonne, ich konnte noch mal in Ruhe das Hinterrad begutachten, und nach Kaffee und Frühstück ging es auch schon weiter.

Die zweite Etappe ist deutlich flacher, die allermeisten Höhenmeter (es müsste hier korrekt „Tiefenmeter“ heißen, weil bergab) liegen schon hinter einem. Da das Wetter ziemlich gut war sind natürlich auch die ganzen Schönwetterradler aus ihren Löchern gekrochen, und es wurde an manchen Stellen richtig voll. Aber schön war’s. Landschaft, Strecke, alles herrlich, und es gab auch schon erste Kirschen am Wegesrand als Wegzehrung.

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Viel zu schnell sind wir dann auch schon in Schwerte gelandet, wo wir den Ruhrtalradweg verlassen mussten, und mit kleinem Umweg über den Phoenixsee war der Urlaub auch schon zu ende.

Auch wenn die ganze Übung in erster Linie als Kurzurlaub gedacht war, insgeheim habe ich das natürlich auch als Übungslauf gesehen, wenn ich das ganze mal sportlicher angehen will. In mir ist die Zuversicht gewachsen, dass ich mit diesem Rad auch längere mehrtägige Touren mit schweren Gepäck, wenn das kein Kurzurlaub mehr ist, gut meistern kann. Allerdings werde ich dafür einen anderen Sattel brauchen, denn dieser war gegen Ende des zweiten Tages nicht mehr so angenehm. Und vorher kontrollieren, wie der Zustand von Mantel und Schlauch so ist.

Trainingsrückblick Mai 2016

Puh, was ein Monat. Auf der einen Seite war mein Lauftraining sehr abwechslungsreich, ich bin spontan einen Wettkampf mit neuer Bestzeit gelaufen, und nebenbei auch noch viel Rad gefahren. Dann sind meine Umfänge aber stark zurück gegangen, der Mai war der Monat mit den zweitwenigsten gelaufenen Kilometern nach dem Januar, und ich habe in 10 Tagen den nächsten Wettkampf, und in keinster weise aktuell das Gefühl mich irgendwie darauf vor zu bereiten.

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Aber noch mal langsam. Ich laufe jetzt seit einem Monat in einem Team, und das hat meine ganze, über Jahre etablierte und gefestigte Wochenplanung komplett durcheinander geworfen. Ich laufe schon immer Dienstags und Donnerstags (und natürlich am Wochenende), das Training in dem Team ist aber Montags und Mittwochs. Was für Freaks! Montags kann ich nicht, da bin ich beim TKD, und das muss auch so bleiben(?). Mittwochs trainieren wir mit Trainer, das passt schon, aber das blöde ist jetzt, dass ich dann Dienstags nicht laufen gehe, weil ich nicht mit müden Beinen zum Mittwochstraining will, und Donnerstags nicht laufen kann, wegen den müden Beinen vom Mittwochstraining. Was dazu führt dass ich statt zwei mal in der Woche nur noch ein mal laufe. Und dann auch noch weniger, wir machen nämlich bei dem Training eher weniger Kilometer, dafür aber hartes Intervalltraining.

Also, ich übertreibe jetzt natürlich ein wenig, natürlich kann ich Dienstags oder Donnerstags dann ruhige Läufe machen, und damit habe ich jetzt auch wieder angefangen, es war nur so das zusätzlich zu der Umstellung des Trainings auch noch sehr viele andere Termine und Aufgaben anstanden, welche ich dann nach Möglichkeit nicht auf den Mittwoch gelegt hatte. Wenn sich das jetzt alles wieder normalisiert hoffe ich dass ich auch die Wochenkilometer wieder ein wenig hoch schrauben kann.

Aber noch mal zu dem neuen Team und Training. Wir trainieren (mittwochs) mit Trainer, der immer mit neuen Trainingsideen kommt, meistens Intervalle, Berganläufe, das was Spaß macht eben, und das ist schon mal wirklich toll. Dazu kommt dann, das man sich in der Gruppe gegenseitig pusht, was den Trainingseffekt und die Motivation wirklich noch mal steigert. Ich kann jedem nur empfehlen auch mal in einer Gruppe zu trainieren. Die schönen einsamen Läufe durch die Natur muss man dafür ja nicht komplett streichen.

Neben diesem neuen Training im Team bin ich dann im Mai spontan einen Wettkampf mitgelaufen, ich bin einfach mal 35km den Rheinsteig von Königswinter nach Linz gelaufen, und ich habe endlich mal den Ruhrklippenlauf mitgemacht. Daneben habe ich noch Radtouren gemacht, hin und wieder aber viel zu selten Alternativtraining, ich war endlich mal wieder wandern, und eben auch sehr viel zu tun neben dem Training was nichts mit Sport zu tun hat. Unter’m Strich also abwechslungsreich und spannend, aber ohne Konsistenz oder großen Plan. Wie oben schon erwähnt habe ich absolut nicht das Gefühl, mich gerade auf einen Wettkampf vor zu bereiten, wenn man sich das aktuelle Training so ansieht tue ich das auch nicht, das war vor dem HM in Münster mit den 6 Wochen durchgeplantes Training komplett anders.

Mal sehen was da wird 🙂

Ausfahrt: Dortmund – Wetter – Dortmund mit dem Singlespeed

Erster Mai, Fahrradtour! Anstatt mit dem Bollerwagen voller Bier durch die Gegen zu ziehen, habe ich meinem neuen Singlespeed mal eine schöne Ausfahrt gegönnt durch den Dortmunder Süden gegönnt, inklusive des Aufstieges zur Syburg und Austesten der Offroadeignung beim Abstieg. Und auch wenn das Rad eher ein Stadtbewohner ist hat das wirklich wunderbar funktioniert

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Zwischendurch haben wir uns natürlich auch ein Bierchen gegönnt, sind das so im allgemeinen aber eher sportlich angegangen. Und natürlich ist es eine Binsenweisheit, aber hier im Ruhrgebiet muss echt man nur zweimal um die Ecke, und schon ist man im Grünen.