Kurz notiert: 5. Phoenixsee Halbmarathon

Montag wurde zum fünften mal der Phoenixsee Halbmarathon in Dortmund veranstaltet, das will ich hier auch noch einmal kurz erwähnen. Ich bin nicht für mich gelaufen, sondern habe so kurz nach dem Marathon einem Freund geholfen eine neue persöhnliche Bestzeit zu erreichen. Am Anschlag laufen wäre für mich wohl nicht drin gewesen.

Aber so war das ein wirklich schöner Lauf. Der Kollege konnte mit der Hilfe von mir und einem weiteren aus dem Team seine alte Bestzeit nahezu pulverisieren, auch wenn er uns zwischenzeitlich gehasst hat. Aber wir haben ihn da durchgenötigt und am Ende war er überglücklich.

Einen Wettkampf mal aus dieser Perspektive zu laufen war neu, aber sehr interessant. Ich konnte mal wirklich auf die guten Ratschläge hören, nicht zu schnell los zu laufen z.B., und konnte ohne den ganzen Druck einfach entspannt den Lauf genießen. Ich würde es wieder machen. Und ich freu mich natürlich auch sehr für den Kollegen.

Aber, so ganz locker war das natürlich auch nicht. Wir sind am Ende eine 1:37:nochwas gelaufen, das wäre auch für mich vor gar nicht all zu langer Zeit eine neue Bestzeit gewesen. Dass ich das jetzt so laufe zeigt mir auch dass das Training im Sommer mich wirklich ein großes Stück nach vorne gebracht hat, und dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

1. Vogelsberger Vulkan-Trail

So, das war er also, mein Saisonhöhepunkt. Lange habe ich drauf hin trainiert, die letzten 12 Wochen Trainingsplan waren ja nur das „finish„, und zack, ist es auch schon vorbei. Ich muss muss jetzt irgendwie überlegen wie es war, bin in Gedanken aber auch schon dabei zu überlegen was jetzt kommt. Doch dazu später mehr, ich versuche mich jetzt mal zusamen zu reißen und einen kleinen Rückblick des Racedays zu verfassen.

Beginnen muss ich ja eigentlich mit dem Trainingsplan, welchen ich wirklich sehr akribisch durchgezogen habe. Wie ich hier ja auch schon öfter erwähnt hatte war ich wirklich zufrieden mit dem Plan, ich hatte eigentlich die meiste Zeit Spaß und keine Verletzungs- oder Krankheitsbedingten Ausfälle. So im Groben und Ganzen kann ich nur sagen dass ich mich gut vorbereitet gefühlt habe. Ich würde sogar fast sagen, dass viel mehr an Vorbereitung in dieser Zeit für mich und mein Leistungsniveau nicht drin gewesen ist. Mehr währe Übetraining gewesen.

Wegen der gar nicht so kurzen Anreise sind wir am Samstag dann schon um halb 8 gestartet, und waren dann rechtzeitig in Schotten dass wir uns noch in Ruhe orientieren konnten. Viel Zeit zum Abhängen war aber auch nicht mehr. Ich würde sagen: wir sind genau richtig angekommen. Die anderen beiden aus meinem Team sind den Halbmarathon gelaufen und hatten dann noch mehr Zeit, dafür durften sie aber sitzen während ich in der Zeit laufen musste.

Vor Ort lief alles ziemlich entspannt. Das ganze war eine sehr kleine Veranstaltung, und durch die versetzten Startzeiten war alles sehr übersichtlich. Einzig dass der Bustransfer zum Start Geld kostet könnte angekreidet werden. Aber da meine Begleiter mit zum Start gekommen sind haben wir kurzerhand das Auto genommen und sind selber gefahren. Für uns Mararathonläufer_innen (und später auch für den Halben) war der Start an der einer Verpfegungsstelle der Ultra-Strecke, und so konnten wir schon ein paar der Läufer_innen anfeuern während wir auf den Start gewartet haben. Um kurz vor 11 standen wir dann mit denn 30-40 Leuten da, und ziemlich pünktlich ging es dann auch recht unspektakulär einfach los.

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Ich bin von ganz hinten gestartet (was bei dem kleinen Starterfeld jetzt nicht so entscheidend ist), da mein wichtigstes Anliegen war auf gar keinen Fall, unter keinen Umständen, mich am Anfang direkt mitreißen zu lassen und zu überpacen. Ich kenne mich, ich lasse mich gerne Anstecken, und das galt es unbedingt zu vermeiden.

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Natürlich habe ich trotzdem erst mal ein paar überholt, habe mich dann aber in einem Grüppchen eingefunden welches ein ansprechendes Tempo gelaufen ist. Bei einem recht frühen Downhill-Part habe ich mich an die Spitze der Gruppe gesetzt (Downhill macht mir schon Spaß…) und war dann ganz verwundert als ich beim ersten Verpflegungspunkt nach etwa 10 km feststellen musste, dass ich die Gruppe weit hinter mir gelassen habe. Aber egal, ich hatte mein Tempo gefunden und bin von da an mehr oder weniger alleine gelaufen. An welcher Stelle im Feld ich mich bewegte konnte ich überhaupt nicht abschätzen, ich wusste vorne sind welche direkt am Start abgezogen, ich habe von ganz hinten ein paar überholt, aber das war auch mein ganzer Informationsstand. Wenn die Strecke mal ein bisschen gerade aus ging, was wirklich sehr selten der Fall war, habe ich vor mir mal wen gesehen, aber das war auch alles.

Aber die Strecke. Die war, das muss einfach gesagt werden, BOMBE. Da haben die vom TGV Schotten einfach mal ganze Arbeit geleistet. Natürlich gab es zwischendurch auch mal „Waldautobahn“, aber zu dem größten Teil waren es einfach richtig schöne gewundene Trails die man da ablaufen durfte. Toll. Sehr anspruchsvoll, aber toll. So wollte ich es.

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Natürlich gab es an der Strecke keine Zuschauer, nur ab und an mal Wanderer die an dem Tag da auch unterwegs waren, aber wenn wir Zuschauer gewollt hätten, hätten wir ja nach Berlin (oder Köln) fahren können. Wir wollten Strecke und Landschaft, und die haben wir geliefert bekommen.

Zwischendurch habe ich immer wieder Läufer_innen der Ultra Distanz passiert, was aber ganz gut war, die Streckenmarkierung war zwar „okay“, aber ab und an eine Versicherung dass man noch richtig ist war schon ganz hilfreich.

Irgendwo zwischen dem zweiten und dritten VP habe ich mich dann ein wenig verfranst, war da aber nicht der einzige und habe dann zusammen mit einem der Ultraläufer die Strecke gesucht, das hat bestimmt 4-5 Minuten gedauert. Als ich dann auf den nächsten (dritten) Verpflegungspunkt zulief merkte ich dass durch die Verzögerung wieder Marathonläufer hinter mir waren und aufholten. Ich habe mich aber nicht von meiner Strategie abbringen lassen, und trotzdem ganz in Ruhe was getrunken und ein wenig Obst mit Salz gegessen. Nicht so einer der Verfolger, er hat in Windeseile seinen Becher gefüllt und ist da nur so durchgerast, hat kaum angehalten und ist so an mir vorbei gezogen. Auf Nachfrage bei den Helferinnen habe ich erfahren, dass geschätzt so „um die 5“ Marathonis durch währen, ich war also in der Spitzengruppe (auch wenn man da nicht von Gruppe reden kann, wie sehr habe ich erst hinterher erfahren). Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. So professionell wie die Läufer_innen am Start alle aussahen habe ich mich maximal im Mittelfeld gesehen. Aber ich war vorne, Gejagter und nicht Jäger. Gut, damit kann ich umgehen. Beflügelt von den neuen Informationen habe ich die Beine in die Hand genommen und konnte schnell sehen das meine Strategie wohl nicht verkehrt war. Den Läufer der am VP noch so schnell an mir vorbei gezogen ist, wir waren da mittlerweile bei km 32, hatte ich schon nach wenigen hundert Metern wieder eingeholt und auch schnell wieder weit hinter mir.

Ab dem gerade besprochenen VP ging die Strecke fast nur noch bergab, und kurze Zeit später ist auch die Halbmarathon-Strecke dazu gestoßen. Ich habe die Gelegenheit genutzt mich hinter einen der Läufer zu hängen. Ich war ein wenig überrascht dass es noch ging, immerhin hatte ich bald 35 km mit viel Steigung in den Beinen, aber eine Zeit lang konnte ich noch mithalten, bis ich ihn dann ziehen lassen musste.

Beim letzten VP, 5 km vor dem Ziel, hieß es dann es wären so 10 Marathonläufer_innen durch. Wie kann das denn sein? So weit ich das mitbekommen habe ist niemand an mir vorbei gezogen. Aber gut, es ist ja auch egal, ich konnte zu dem Zeitpunkt schon sagen dass der ganze Lauf einfach toll war. Wenn ich auf den letzten paar Kilometern nicht noch groß stürzen würde oder sonst was passiert würde ich sogar unter 4 Stunden bleiben, und damit wären eigentlich alle meine Ziele erreicht: Heile ankommen, viel Spaß haben, falls möglich unter 4 Stunden bleiben. Also noch mal die letzten Kräfte mobilisieren und ab ins Tal, das Ziel schon fast vor Augen.

Und dann, viel schneller als erwartet, kam auch schon die letzte Wiese und es ging ins Dorf, runter von den Trails und auf die Zielgerade. Vor mir niemand, hinter mir niemand und die „3“ auf der Uhr sicher vorne, da konnte ich mich auch nicht mehr zu einem Schlussspurt aufraffen, trotzdem hoffe ich eine ganz gute Figur gemacht zu haben während ich dann nach 3:54:39 das Ziel überquerte.  Und dank modernster Technik konnte ich direkt auf einem Bildschirm im Zielbereich die Platzierung überprüfen: 4ter gesamt, 2ter in der Altersklasse. Wahnsinn!

Mir war zwar klar dass ich einen für mich wirklich guten Lauf hatte, aber dass ich so weit vorne war, damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Ich bin überglücklich und auch ein klein wenig Stolz.

Man kann aber nicht davon sprechen dass ich knapp am Treppchen vorbei gelaufen bin, der gesamt Dritte war gut 15 Minuten vor mir. Das wäre, für mich, an dem Tag, dieses Jahr, auf keinen Fall mehr drin gewesen. Ich kann mit gutem Gewissen sagen dass ich an dem Tag alles gegeben habe, mehr war nicht möglich, und das ist für mich das wichtigste. Ich habe genau das geliefert was ich zur Verfügung hatte, ich habe nicht überpaced, bin aber auch nicht zu langsam gelaufen, die Ernährungsstrategie hat funktioniert, ich hatte den ganzen Lauf über Spaß, habe mich nicht Stressen lassen und ich musste mich nicht quälen. Dass es dann noch mit einer ganz guten Platzierung belohnt wurde ist das Sahnehäubchen, mehr aber auch nicht. Auch wenn ich mich darüber natürlich tierisch freue.

Durch die versetzen Startzeiten musste ich dann nur wenige Minuten warten bis die Teamkollegen, die den Halbmarathon gelaufen sind, auch im Ziel waren, und wir konnten auf noch eine Altersklassenplazierung für das Team anstoßen.

Und dann begann das Warten.

Bis wir mit dem ersten refill der Energiereserven und dem Duschen durch waren war es fast halb 5, die Siegerehrung stand für 6 Uhr auf dem Programm, und da wir zwei Platzierungen hatten haben wir uns entschlossen das noch mit zu nehmen, trotz der langen Rückfahrt. Also haben wir uns in den Zielbereich gesetzt und den letzten Läufern und Läuferinnen die da noch eintrudelten zugejubelt. Die Läufer_innen der Ultradistanz waren da um die 9 Stunden unterwegs als sie eingetroffen sind. Das verdient noch mal einen extra großen Respekt.

Für mich und die andere Veganerin im Team gab es natürlich nichts wirklich was zu essen, und als wir dann um 6 Uhr alle in der Halle versammelt waren hingen uns die Mägen schon in den Kniekehlen. Und irgendjemand vom TGV Schotten hatte wohl die grandiose Idee, dass es doch total nett wäre noch ein Rahmenprogramm an zu bieten, und so saß da ein Raum voll mit Menschen die den ganzen Tag auf den Beinen waren und auf den Trail alles gegeben haben, und musste sich noch ein Unterhaltungsprogramm anschauen, bis es dann auf sieben Uhr zuging als die Siegerehrung endlich los ging.

Aber, das Programm was da geboten wurde war wirklich nett, keine Frage, das möchte ich gar nicht kritisieren, aber zu dem Zeitpunkt absolut unpassend. Wie gesagt, einige der Ultraläufer waren 9 Stunden unterwegs und mussten dann da sitzen. Wir wollten nach Hause, hatten Hunger, waren müde, und wenn wir gewusst hätten dass wir erst nach 7 los kommen wären wir nicht geblieben. Dieser Abschluss hat den Gesamteindruck des Tages leider ein wenig getrübt.

Trotzdem, wir waren uns auf der Rückfahrt einig was für ein toller Tag das war, dass es sich absolut gelohnt hat, wir alle waren mit unseren Leistungen zufrieden und der Termin für nächstes Jahr steht schon im Kalender.


Ich war dann so gegen halb 10 wieder in meinem Fuchsbau, und mein Magen war mittlerweile so leer dass mir richtig übel war und ich mir mit viel Überredung so gerade eben ein paar Scheiben leichtes Toastbrot rein zwängen konnte, um überhaupt etwas gegessen zu haben. Das war nicht gut!

Am nächsten Morgen dann die Überraschung: es ging mir gut! Keine Schmerzen in den Beinen, und nach einem ausgiebigen Frühstück fühlte ich mir natürlich immer noch ein wenig matt, aber nicht viel mehr als nach einem normalen harten Trainingstag. Auch am Tag danach war es mir ohne Probleme möglich Treppen hoch und runter zu gehen. Und da kommen dann doch die Zweifel: habe ich vielleicht doch nicht alles gegeben? Hätte ich mich mehr quälen sollen? Oder vielleicht doch den Ultra laufen?

Doch, ich habe für mich entschieden: nein, es war alles gut genau so wie es war. Alles richtig gemacht. Und mit diesem wohligen Gefühl freue ich mich jetzt auf die nächsten Trainingseinheiten und Wettkämpfe. Wie genau es weiter geht, wie die nächsten Ziele aussehen, davon soll ein anderes mal berichtet werden. Aber da ich aktuell auch wieder öfter auf dem Rennrad sitze, braucht man ja nur 1 und 1 (und 1) zusammen zu zählen, um eine grobe Richtung erahnen zu können.

10. EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag Rund um Ennepetal

Letzten Sonntag fand der 10. EN-Bürgermeister Lauf- und Wandertag Rund um Ennepetal statt, und das muss ich mal eben aufarbeiten. Oder auch: aus versehen Marathon.

Bei der Veranstaltung handelt es sich um einen so genannten Freundschaftslauf, es gibt also keine Wertung und es ist kein Wettrennen, sondern alle laufen in einer Gruppe einen Tag lang durch den Wald. Unterteilt ist die insgesamt 56 km lange Strecke in 5 Etappen, an deren Ende jeweils ein Verpflegungspunkt wartet. Außerdem gab es die Möglichkeit, mit einem Bustransfer vom Sportplatz in Ennepetel an dem sich das „Hauptquartier“ der Veranstaltung befand zu den einzelnen Etappenpunkten zu fahren, so dass man zu jeder Etappe ein- oder auch aussteigen konnte.

Durch diesen Modus konnten bei der Veranstaltung Läufer verschiedenster Leistungsniveaus miteinander Laufen. Die erfahrenen Ultra-Läufer die die komplette Distanz absolviert haben eben so wie die noch nicht so erfahrenen, die dann nur eine, zwei oder drei Etappen dabei waren. Und da es kein Wettkampf war sind alle gemütlich miteinander gelaufen und es wurde sehr viel gequatscht. So weit ich das mitbekommen habe war die Stimmung die ganze Zeit klasse, und ich muss den Organisatoren ein riesen Lob aussprechen, denn das hat wirklich alles top funktioniert. Eine wirklich tolle Veranstaltung, und ich werde nächstes Jahr mit Sicherheit wieder dabei sein.

Dieses Jahr habe ich erst ganz knapp vorher (letzten Mittwoch) erfahren dass das stattfindet, aber da ich eh 30km profiliert in meinem Trainingsplan stehen hatte passt diese Veranstaltung ja ausgezeichnet, immerhin ist das auch eine Landschaftslauf mit etwa 1500 Höhenmetern auf der gesamten Strecke, und sie führt fast komplett durch Wälder und hat auch einen gewissen Singletrailanteil. Drei Etappen und dann Schluss, das war der Plan

Da ich auch hin und wieder schlafen muss und die Verbindung mit dem ÖPNV am frühen Sonntag morgen von Dortmund nach Ennepetal eher bescheiden ist, habe ich dann kurzerhand doch erst mit der zweiten Etappe angefangen. Zusammen mit etwa 10 anderen Läuferinnen wurde ich dann pünktlich zum ersten Etappenpunkt gefahren, wo wir nur wenige Minuten warten mussten bis die Gruppe von bestimmt 150 Leuten in einer langen Linie den Feldweg entlang kam. Dort traf ich dann auch Christian und Patrick, über die ich von dem Lauf erfahren hatte.

Trotz der weit über 30°C und knallender Sonne lief es für mich ziemlich gut, und ich hatte von Anfang an Spaß bei dem Lauf. Die Strecke hat mir gut gefallen und ich habe mit vielen interessanten und netten Menschen gequatscht (über die sich jetzt schon wieder gefährliche Connections zu ergeben scheinen). Natürlich wurde ich auf meine Barfußschuhe angesprochen, aber es gab auch eine Gruppe (oder nennt man sowas „Crew“?) von Sandalenläufern, mit denen ich mich ausführlich austauschen konnte.

Die Verpflegung and den Etappenpunkten war wirklich 1a-spitzenklasse, aber besonders den außerplanmäßigen Verpflegungspunkt auf der dritten Etappe muss ich lobend hervor heben. Da haben Anwohner an der Strecke mit einem Gartenschlauch eine Dusche improvisiert und Wassereis und Melone verteilt. Ganz großes Kino! Leider hat sich die Gruppe am Ende der dritten Etappe (für mich die zweite) dann spürbar verkleinert. Viele Leute sind ausgestiegen weil sie es so geplant hatten, aber leider musste auch Christian abbrechen. Für mich stand noch eine Etappe auf dem Plan, aber seien wir mal ehrlich: glaubt irgendjemand ich hätte danach Schluss gemacht?

Am Ende der vierten Etappe, ich hatte mittlerweile auch meine 34km in den Beinen, waren es wohl noch 20 Leute die sich auf den Weg machten, viel von ihnen Mitglieder der Ennepetaler Sportfreunde und somit „alte Hasen“, aber mir ging es immer noch so gut dass ich natürlich noch weiter gelaufen bin.

Und was soll ich sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Das letzte Stück der Strecke war noch mal richtig toll (oder besser: gerade das letzte Stück war noch mal richtig toll), aber auch die Gruppe hat so wie sie war ziemlich gut funktioniert. Immerhin waren wir uns hinterher alle darüber einig dass die zusätzlichen Verpflegungspunkte nur zur Verweichlichung der Läufer beitragen 😉

Nach Sechseinhalb Stunden, etwa eine Stunde davon Pause an den VPs, in denen ich über 1.200 Höhenmeter auf einer gesamten Strecke von 43.5km überwunden habe, sind wir dann alle gemeinsam in einer Gruppe über die letzte Staumauer an der Heilenbecker Talsperre ins Ziel gelaufen.

Und wenn man es jetzt ganz genau nimmt könnte auffallen dass 43.5km ja mehr sind als ein Marathon, streng genommen bin ich gestern also aus versehen einen Ultra gelaufen.

Und so einen Ultra läuft man natürlich nicht, ohne auch was zu lernen:

  • Mein Setup funktioniert! Weder Kleidung noch Schuhe noch Rucksack noch Ernährung (Hauptsächlich Datteln, Äpfel und Bananen) haben irgendwo irgendwelche Probleme gemacht. Nix scheuert, nix juckt, keine Blasen und keine Magenprobleme.
  • Wenn ich nur langsam genug Laufe, genug Trinke, genug Esse und genug Schatten da ist, ist es für mich möglich auch länger als 40km bei der Hitze zu laufen.
  • So etwas ist prima um mich ein wenig zu bremsen. Ich tendiere dazu immer ein wenig zu flott zu starten (wer nicht?), aber durch die erfahreneren Ultra-Läufer die dafür gesorgt haben dass das Tempo die komplette Zeit über sehr ruhig war, war ich gezwungen das ganze auch ruhig zu gestalten. Anders hätte ich das wohl nicht so leicht geschafft.
  • Aber ich muss auch sagen: ich bin fit. Mein Trainingsplan scheint zu funktionieren, und am meisten wundert mich, dass ich am Tag danach ins Fitnesstudio gehen konnte, so als wäre nix gewesen. Am Tag nach einem Gerade-eben-so-Ultra. Auch wenn ich natürlich den Rest des Sonntages damit verbracht habe alles zu essen was irgendwie in Reichweite war.

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21. Rinkeroder Sparkassen Volkslauf, 23 Juli 2016

Ach, da war ja noch was. Ich bin am Wochenende ja auch noch spontan einen kleinen Wettkampf gelaufen. Den Rinkeroder Volkslauf, mitten im tiefsten Münsterland. Da ich aber am Sonntag noch die 30km Grenze knacken wollte, bin ich nur bei den 10km gestartet, und habe mir auch vorgenommen nicht voll auf’s Gas zu drücken.

Die Veranstaltung selber war halt so ein netter kleiner Volklauf mit Start und Ziel auf dem örtlichen Sportplatz und einer Strecke durch die umliegenden Felder, und von der Organisation her war das alles top. Wir haben uns erst wenige Minuten vor Startschuss angemeldet, und das ging völlig ohne Probleme bei dem übersichtlichen Starterfeld mit 101 Läufern die es am Ende dann waren. Und außer dass es nett war gibt es auch gar nicht viel mehr zu berichten. Außer vielleicht dass man soetwas viel öfter machen sollte. Es gibt kleine Volkläufe dieser Art ja an jeder Ecke und an jedem Wochenende, da kann man ja ruhig einfach mal hinfahren. Dadurch bekommt man Routine in Wettkämpfen und Abwechslung und Läuferalltag, sieht was neues und vielleicht schaffe ich es dann ja auch mal, bei Wettkämpfen entspannter zu starten nicht erst mal zu überpacen. Okay, ich bin zwar nicht all-out gegangen, aber so richtig zurück halten habe ich mich dann doch nicht können. Und in Anbetracht des doch ziemlich warmen Wetters und dass ich an dem Tag schon einige Rad-Kilometer in den Beinen hatte, bin ich mit den 43:55 doch ziemlich zufrieden. Damit habe ich den vierten Platz meiner Altersklasse geholt, und nicht dass es irgendwie wichtig gewesen wäre, aber ich hätte über eine Minute schneller seien müssen um auf’s Treppchen zu kommen, das wäre an diesem Tag nicht drin gewesen.

Aber ich muss auch sagen, die 10km Distanz liegt mir nicht so richtig. Oder ich kann noch nicht damit umgehen. Wo man bei 5km so richtig ballern kann, oder bei nem Halbmarathon ein ruhigeres aber zügiges Reisethempo anschlägt, liegt der 10km Lauf irgendwo im Niemandsland dazwischen. Zum richtig ballern zu lang, aber ruhig angehen ist eben auch nicht drin. Wahrscheinlich müsste ich mich da noch ein wenig rantasten, bis ich meine Geschwindigkeit gefunden habe. ist ja auch eine Herausvorderung. Laut meiner RUNALIZE Statistik wäre da noch Luft nach oben…

 

 

 

AOK Firmenlauf Bochum

Ich war gestern mal wieder um die Wette laufen, und komischerweise war ich vorher wirklich unsicher. Ich laufe mittlerweile auch mal die Halbmarathondistanz auf nüchternen Magen (wenn es sein muss, in Notfällen, nicht bei Wettkämpfen), aber vor den knapp 5k gestern hatte ich echt Respekt.

Denn die Sache ist jetzt ja so, bei so einer kurzen Strecke gibt es kaum Möglichkeiten zum korrigieren. Wo ich bei längeren Läufen erst noch Gelegenheit habe mich einzugrooven, passt es hier dann eben von Anfang an –  oder eben nicht.

Gestern hat es gepasst.

Für mich war das gestern der erste Wettkampf um so eine kurze Distanz, auf Erfahrung konnte ich also nicht zurückgreifen. Aber im Team haben wir uns Vorher entsprechend vorbereitet, und ich wollte versuchen einen Schnitt von 4:00 zu laufen, also etwa 20 Minuten. Der Plan sah bei mir so aus, die ersten beiden Kilometer ein wenig langsamer zu laufen, mit knapp über 4:00, dann gucken wie es geht und nach Möglichkeit beschleunigen auf unter 4:00, den vierten Kilometer irgendwie überleben, und im letzten dann alles raushauen was noch da ist.

Aber so ganz hat das nicht geklappt, natürlich bin ich zu schnell los, nur das mit dem raushauen was geht im letzten Kilometer, das hat gepasst:

 

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Wie leicht zu sehen ist waren das nicht ganz 5k, mit einem durschnittlichen Pace von 3:56 wäre ich aber trotzdem unter 20:00 gelieben, gestern war ich nach 18:27 fertig. Ziel erreicht, ich bin (mehr als) zufrieden.

Da leider einige gute Leute aus unserem Team nicht antreten konnten, bin ich innerhalb des Teams zweiter geworden (bzw. Erster nach dem Trainer 😉 ), aber das ist unwichtig. Mir ging es darum zu sehen wie ich mich bei so kurzen Strecke so schlage.

Wenn ich mir die Analyse so ansehe, bilden Herz- und Schrittfrequenz wirklich schöne Linien, ich scheine da also einiges richtig gemacht zu haben. Das Problem ist jetzt aber, dass ich beim nächsten mal natürlich schneller sein will, und aktuell noch keine Vorstellung davon habe wie ich das bewerkstelligen soll.

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Weitere Ergebnisse: Unser Team konnte die beiden ersten Plätze der Einzelwertung belegen (schneller Mann und schnellste Frau), sowie den dritten Platz in der Frauen-Teamwertung. In der Teamwertung der Männer sind wir 6ter geworden.

Ein wirklich sehr erfolgreicher Abend.

Für mich heißt es jetzt aber Umschalten, diese Woche ist auch die erste Woche meines Trainingsplans für den Trail-Marathon im Herbst. In nächster Zeit werde ich viele lange Läufe im Wald machen, und ich bin schon voller Vorfreude.

 

 

Sauerland Höhenflug Trailrun, 2016.06.12

Gestern war mal wieder Raceday, und zwar nicht nur irgendeiner, sondern das Event auf das ich schon seit einem Jahr hin gefiebert habe. Letztes Jahr war ich von dem Höhenflug Trailrun so begeistert dass ich mich am liebsten direkt für das nächste Mal angemeldet hätte, und um es kurz zu machen: dieses Mal ist es nicht anders!

Ich hatte ja letztens schon geschrieben dass ich nicht das Gefühl hatte mich besonders auf diesen Wettkampf vorbereitet zu haben. Ganz anders als in der Vorbereitung für den Zoolauf in Münster hatte ich keinen intensiven wettkampfangepassten 6-Wochen Trainingsplan, sondern habe mehr oder weniger nur versucht das Training nicht allzu sehr einbrechen zu lassen. Nachdem ich im März/April den Wochenumfang ordentlich angezogen habe, ist der jetzt Mai/Juni wieder stark zurück gegangen, aber dieses mimimi hatte ich ja schon erwähnt, da will ich jetzt gar nicht zu lange drauf rumreiten.

Ich saß also gestern Morgen im Auto auf dem Weg ins Sauerland und musste viel darüber nachdenken was ich alles hätte besser machen können. Doch körperlich ging es mir gut, ich hatte keine Beschwerden, fühlte mich fit und war eigentlich bereit. Die Wetteraussichten waren, nun ja, gemischt. Ich laufe ja gerne auch durch Regen, so eine schöne Schlammschlacht im Wald hat ja was, aber in Wettkampfsituationen kann es eben auch sein dass man ein wenig weniger vorsichtig ist als es der Situation angemessen wäre, und auf rutschigen und schlammigen Singletrails steigt dann ja auch das Verletzungsrisiko. Und am schlimmsten ist bei so wechselhadftem Wetter dass ich nie weiß was ich anziehen soll (mimimimimi).

Doch am Veranstaltungsort sah alles gut aus, kein starker Regen, und es herrschte dieses schöne  geschäftige Treiben, und diese sportliche Atmosphäre lag in der Luft die ich ja auch so gerne mag an Wettkämpfen. Dabei ist es da noch so klein und übersichtlich, dass es sympathisch und nahezu familiär ist. Keine allzu langen Wege, keine Massenabfertigung der Läufer. Sind ja nur ein paar Hundert. An dieser Stelle will ich schon mal ein ganz großes Lob an die Veranstalter aussprechen.

Wir sind mit nicht allzu viel Vorlaufzeit am Ort eingetroffen, und so blieb neben fertigmachen und einmal kurz umsehen dann kaum Zeit, und schon musste ich mich warmlaufen und dann ging es auch schon an den Start.

Die Strecke war wieder herrlich. Nach einer kurzen Einlaufrunde zum Sortieren ging es direkt auf einen schönen Singletrail. Ich habe mich natürlich wie immer viel zu viel weit hinten einsortiert (oder die anderen zu weit vorne?), könnte diese Einlaufrunde gut nutzen um mich an eine gute Position im Läuferfeld zu bringen. Dann kam das schöne Bergauf und Bergab, viele Singletrail aber auch breitere Wege, und wieder diese eine harte Steigung bei km 15/16 bei der ich letztes Jahr schon gehen musste. Dieses Jahr ging es viel besser,  die letzten paar Meter musste ich auch dieses Mal aber gehen.

Und so alles im allem lief es erstaunlich gut. Dachte ich zu Beginn noch, dass ich das lieber langsam angehe, habe ich doch sehr schnell die Strategie gewechselt und habe ein paar mehr Schippen reingeworfen, und ich wollte dann doch wissen was geht. Und es ging gut. Kurzzeitig lag sogar eine Zeit unter 01:40 in realistischer Schlagweiter, doch kurz vor Ende war auf der Strecke noch ein neuer aber auch echt schöner Singletrail Abschnitt bei dem ich ein wenig Geschwidnigkeit rausnehmen musste, und so bin ich nach 21.1km und (weit) über 500 Höhenmetern mit 01:41:34 ins Ziel gekommen, als 3ter in meiner Altersklasse und 24ster insgesamt.

Und ich bin sehr (sehr!) zufrieden mit diesem Ergebnis. Um gute 10 Minuten verbessert, aufs Alterklassentreppchen gekommen, einen sehr schönen Lauf gehabt, das hat sich mal gelohnt.

Ich plane jetzt schon damit nächstes Jahr wieder hier zu starten, auch wenn ich mittlerweile schlauer bin und weiß, dass es auch andere Läufe gibt die mindestens genauso schön sind. Mal sehen was das Jahr noch so bringt, meine Liste an ungelaufenen Läufen alleine in NRW ist sehr lang.

shf_002 shf_004 shf_003Auf der Veransltatungsseite gibt es sehr viele Photos, die sind nämlich einfach mal so cool und landen alle einfach bei Dropbox hoch. Das gibt nen dicken Daumen hoch von mir!

 

Dortmunder Friedenslauf, 16.05.2016

Spontan einen Wettkampf laufen, ich weiß auch nicht was ich mir dabei gedacht habe. Aber ein Trainingskollege war für den Halbmarathon beim heutigen Friedenslauf des tsv Kirchlinde Dortmund gemeldet, konnte aber nicht teilnehmen, also habe ich mich vor 4 Tagen in einem Moment geistiger Umnachtung dazu entschlossen, seinen Startplatz zu übernehmen. So ein kleiner Trainingslauf kann ja nicht schaden, vier Wochen vor dem nächsten „richtigen“, „geplanten“ Wettkampf. Und nen langen Lauf hätte ich dieses Wochenende ja eh gemacht, ist ja auch egal ob Sonntag oder Montag (auch wenn es meine Wochenstatistik jetzt übel durcheinander bringt).

Nun gut, ich musste mich um nichts kümmern, Anmeldung war erledigt, ich wurde zum Lauf abgeholt und er war ja auch quasi um die Ecke. Nur Laufen musste ich selber, aber ich hatte mir vorgenommen es ruhig angehen zu lassen. Aber wie es bei Wettkämpfen dann so ist…

… natürlich habe ich mich (wie immer) viel zu weit hinten beim Start einsortiert, und musste den ersten Kilometer oder so im Überholmodus hinter mich bringen. Und da es ganz gut lief bin ich direkt dabei geblieben. Die Strecke führt vom Zentrum in Kirchlinde in den nahe gelegenen Rahmer Wald, in dem dann 5 Runden a ca. 4 km zu absolvieren sind. Da die Strecke eigentlich recht schön ist, habe ich dieses „Runden drehen“ auch garnicht so negativ empfunden. Die 10k und HM Läufer und Läuferinnen sind gemeinsam gestartet, und am Anfang war dann auch noch einiges los auf der Strecke. Nach der zweiten Runde sind die 10k aber zurück zum Ziel abgebogen, während wir noch 3 weitere Runden absolvieren mussten. Und gerade bei der 4ten Runde war ich auf der kurvigen Strecke oft alleine unterwegs, das hat sich in der 5ten Runde gebessert, weil ich da andere Überrundet habe.

Durch den Überholmodus und die vielen 10k Läufer_innen bin ich natürlich auch viel zu schnell gestartet, der erste km war auch direkt der schnellste, ich habe es aber irgendwie geschafft das Tempo relativ konstant zu halten. Und dann ist, wie auch immer ich das angestellt habe, eine neue Bestzeit raus gekommen:

21.1k in 1:33:08. 2ter in meiner AK, 15. insgesamt.

Puh. 30 sek schneller als in Münster.  Und Platz auf dem Treppchen. Was ich leider verpasst habe, da ich da so gar nicht mich gerechnet hätte. Trotzdem bin ich aktuell ziemlich zufrieden. So darf es gerne weiter gehen.

Eine Teamkollegin die die 10k gelaufen ist hat in ihrer AK den ersten Platz belegt, nochmal Glückwunsch von mir.

Zoolauf Münster, 17.04.2016

So, gestern bin ich dann endlich den ersten Wettkampf (Halbmarathon) dieses Jahr gelaufen. Und ich hatte im Vorfeld schon ein wenig das Flattern. Eigentlich war geplant dass das schon mein dritter seien sollte, nur dass bei den anderen beiden einmal ich nicht teilnehmen konnte, und einmal der ganze Lauf ausgefallen ist. Da ich sehr motiviert aus der „Winterpause“ gekommen bin, hatte ich mir vorgenommen bei wenigstens einem der drei Läufe eine neue Bestzeit zu laufen, und diese Last lag jetzt alleine auf diesem einen Lauf. Der nächste wird ein Trail mit ordentlich Höhenmetern, da haben Bestzeiten eh nix verloren.

Hinzu kommt außerdem dass ich wegen einer Verletzung im letzten Spätsommer seit 10 Monaten an keinem Wettkampf mehr teilgenommen habe. Und der letzte war auch ein Traillauf. Straßenläufe habe ich schon lange nicht mehr gemacht, und dementsprechend gering ist meine Erfahrung.

Ein weiterer Faktor der den Druck noch erhöht hat war, dass ich mich eigentlich ziemlich gut vorbereitet hatte, ich es also  in der Hand hatte. Was dann im Umkehrschluss und so insgesamt natürlich heißt dass da viel Platz für Frust ist.

Als dann am Sonntagmorgen um 6 Uhr der Wecker klingelte habe ich mich natürlich schon gefragt warum ich den ganzen Quatsch mache. Ich war kurz davor mich einfach um zu drehen und weiter zu schlafen. Aber die Tasche war ja schon gepackt, das Frühstück vorbereitet, ich bin dann natürlich los. Und als ich dann im Zug saß, meine Overnight-Oats gelöffelt habe, habe ich deutlich gemerkt was für einen Spaß mir das doch macht. Der Druck, den ich mir natürlich zu 100% selbstverschuldet aufgebaut habe, ist einer Vorfreude gewichen, und ich konnte es kaum erwarten, die Wettkampfluft zu schnuppern.

Vor Ort ist dann erst mal alles gut gelaufen. Der Zoolauf Münster ist eine relativ kleine Veranstaltung,  825 StarterInnen insgesamt, davon 309 in der Halbmarathon Distanz, bei der ich auch angetreten bin (die anderen Distanzen sind 5k und 10k). Es gab also nirgendwo Gedränge, weder bei der Startnummernausgabe noch vor den Toiletten, und es gab eine schöne Bahn um sich ein wenig warm zu laufen. Wo es bei größeren Läufen üblich ist dass die sich LäuferInnen schon lange vor dem Start an der Startlinie aufbauen und einreihen, ist man hier gemütlich 5 min vorher dahin getrabt.

Wie immer eigentlich habe ich mich viel zu weit hinten eingereiht. Durch das kleine Startfeld und all die sehr sportlich und fit aussehenden Menschen war ich der Ansicht mit meiner gesteckten Zielzeit eher im Hauptfeld mit zu laufen und nicht vorneweg. Und deswegen habe ich einen großen Teil der ersten Runde damit zugebracht, Lücken zwischen den anderen Laufenden zu finden um zu überholen. Die Strecke ist ziemlich schmal, was eigentlich ziemlich toll ist, nur zum Überholen am Anfang war es eher hinderlich.

Die Strecke ist ein 5k Rundkurs, entsprechend 4-mal zu bewältigen, erst schön am Aasee entlang,  durch Felder hinter dem Zoo her, auf dem Rückweg aber leider an einer Straße. Es gibt kleine, kaum nennenswerte Steigungen, größtenteils ich die Strecke aber sehr flach und komplett asphaltiert. So alles in allem ist die Strecke okay, sie ist gut zu laufen, teilweise mit schönen Blick auf den See, aber ein richtiges Highlight ist sie auch nicht. Wobei ich da durch Landschafts- und Trailläufe natürlich auch verwöhnt bin, bei einem Stadtlauf sollte ich da nicht wo hart in meinem Urteil sein. Das ist schon ein schöner Lauf.

In der zweiten Runde konnte ich dann laufen wie ich wollte. Ich war ziemlich fix unterwegs, schneller als ich eigentlich vor hatte, da ich mich aber gut gefühlt habe, habe ich mein Tempo auch nicht groß gedrosselt sondern wollte es dann auch wissen. Schaffe ich es in dem Tempo weiter zu laufen?

In der dritten Runde war es auf der Strecke schon merklich leerer, für mich lief es aber immer noch sehr gut, ich konnte das Tempo sogar noch ein wenig anziehen, und ich habe immer noch Leute überholt.

Die vierte und letzte Runde sah sehr ähnlich aus. Ich hatte zwar das Gefühl viel zu schnell zu sein, aber da ich keinerlei Probleme hatte lief ich einfach. Und irgendwie habe ich meine Kräfte wohl ganz gut eingeteilt, ich war am Schluss beim Einlauf in die Zielgerade dann so am Limit, dass ich kaum noch einen Schlussspurt hinlegen konnte. Die Motivation dafür war aber auch recht gering, vor mir keiner zum Überholen, hinter mir niemand der gefährlich wurde, und ich habe eine Zeit gelaufen die komfortable unter den gesteckten Zielen lag.

Ich hatte dafür Trainiert, auf jeden Fall unter 01:40 zu bleiben. Die alte Bestzeit lag bei 1:37:nochwas, das zweite Ziel war es diese zu schlagen. Als Sahnehäubchen hatte ich mir gewünscht, in die Nähe von 01:35 zu kommen.

Ich bin nach 01:33:36 ins Ziel, also Sahnehäubchen mit Sternchen. 7ter in meiner Altersklasse, 36ster bei den Männern, 37ster insgesamt.

Und ich bin sehr sehr zufrieden.

Drei Sachen habe ich noch bei mir beobachtet:

  • Ich habe Spaß daran, an diesem ganzen. Ja, auch das frühe Aufstehen nehme ich dann in Kauf, vielleicht gehört es auch dazu, es trägt auf jeden Fall zu einer besonderen Atmosphäre bei.
  • Laufen bleibt. Ich bin bei vielen Sachen bereit sie in Frage zu stellen, aber ich bin mir sehr sicher, das Laufen wird für mich bleiben.
  • Noch während ich die Ziellinie überquert habe, habe ich schon daran gedacht, was als nächstes kommt. Schaffe ich jetzt noch die 1:29 (Diese Saison)? Oder lieber länger? Oder höher? Darüber schreibe ich aber das nächste Mal, erst einmal gönne ich meinen doch schweren Beinen eine kleine Pause. Oder ein Päuschen. Na ja, ne lockere Runde wird ja wohl drin sein… das Wetter ist gerade so schön…